2018.7 Manaus

02.05.2018 – 03.05.2018: Manaus

02.05.2018

 

Unser Schiff verließ Badajós um 18.00 Uhr mit Ziel Manaus. Gegen 6.15 Uhr am nächsten Morgen erreichten wir das „ Encontro das Aguas“,die Stelle, an der der Rio Negro und Solimões zusammen treffen. Beide Wassertypen fließen etwas 10km nebeneinander ohne sich zu vermischen. Im Amazonasgebiet unterscheidet man drei verschiedene Wassertypen:

  • Weißwasser: lehmig gelb, hoher Anteil an anorganischen Substanzen. Der Wasserzustand ist chemisch neutral. Dazu gehört der Hauptstrom des Amazonas.
  • Klarwasser: Wasserfarbe blaugrün bis olivgrün, arm an Sedimenten und organischen Nährstoffen. Der Wasserzustand ist sehr sauer. Dazu gehören viele Quellflüsse des Amazonas
  • Schwarzwasser: Wasserfarbe schwarz, arm an Sedimenten mit hohem Anteil an Humusstoffen, extrem saurerer Wasserzustand, so dass dort die meisten tierischen Organismen wie Insekten und deren Larven nicht existieren können. Dazu gehört der Rio Negro.

Rio Negro (Schwarzwasser) und Rio Solimões(Weißwasser) fließen so lange nebeneinander (man sieht die Trennungslinie), da beide unterschiedliche ph-Werte, Fließgeschwindigkeiten und Temperaturen haben. Ein kleines Naturschauspiel, für das es sich lohnte schon um 5.45 Uhr aufzustehen!

Wir erreichten Manaus um 8.30 Uhr und legten an der Pier an.

Urs und ich hatten einen Ausflug zum Janauary Park ,einem Naturschutzgebiet am Rio Negro gebucht!

Wir stiegen um 9.00 Uhr in ein brasilianisches Ausflugsboot, fuhren zunächst ungefähr eine Stunde in ferngelegene Seitenkanäle des Rio Negros und erhielten von einem einheimischen Guide detaillierte Informationen.

An einer kleinen Anlegestelle stiegen wir in kleine Boote um und tuckerten in noch kleinere Seitenkanäle. Der Guide erklärte uns nochmals Flora, Fauna und Vogelwelt des Rio Negro Gebietes. Nach der Rückkehr hatten wir ein landestypisches Büffet im Bootshaus mit verschiedenen Fisch-und Fleischgerichten vor allem jedoch mit wunderbarem Obst: z.B. einer Ananas, die so aromatisch und süß war, dass wir uns sicherlich noch lange an sie erinnern werden. Ein kleiner Holzsteg führte uns zu einem Seerosenteich, in dem sich ein Kaiman sonnte. Hier lernte ich auch, dass Kaimane eine Unterfamilie der Alligatoren innerhalb der Krokodile sind. Es gibt markante Unterschiede, ich habe nur einen behalten: Ihre Zunge ist im Gegensatz zu den Krokodilen festgewachsen. Auf dem Rückweg begleiteten uns kleine Äffchen von Baum zu Baum springend.

Der Nachmittag war den Anglern vorbehalten: Jeder, der wollte, erhielt eine Angel mit einem Fleischklümpchen am Haken und ab ging es zu abgelegenen Buchten. Das Glück war uns zu Beginn nicht „hold“. Aber dann angelte der Bootsführer 2 Piranhas, John unser brasilianischer Guide 3 und Urs den 6. Allen Fischen wurde die Freiheit gegeben und wir erreichten nach dem Umsteigen von kleinem zum großen Boot die Bremen gegen 16.00 Uhr. Wir waren geschafft!

Nach einer Ausruhphase rückte das Abendessen schon näher. Der Abend gehört der Musikgruppe IMBAÚBA aus Manaus. Imbaúba ist der Baum, der als erstes im zerstörten tropischen Regenwald wieder wächst: Der Ameisenbaum. Die Gruppe benutzt Instrumente, die den Klang des Waldes wiedergeben und alle ihre Saiteninstrumente sind aus Bäumen der Amazonasregion gefertigt. Durch ihre Lieder erlebten wir alle unsere Erlebnisse im Regenwald wieder. Es war ein sehr schöner Abend!

03.05.2018

 

Die Bremen ankerte noch bis 12.30 Uhr am Pier in Manaus. Wir hatten für den Vormittag eine Stadtrundfahrt gebucht. Das war ein großer Fehler, da wir die Stadterkundung immer lieber auf eigene Faust machen und nicht so an die Kette genommen werden wollen. Viele Bekannte hatten uns Angst vor der erhöhten Kriminalität gemacht – was wir bei Tag nicht so unterschreiben können. Aber die Buchung war nicht mehr rückgängig zu machen!

Manaus, eine 2 Mill. Einwohnerstadt, liegt geographisch an der Mündung des Rio Negros in den Amazonas, sie ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, ein Umschlagplatz für die Wirtschaftsgüter der Amazonasregion. Bekannt und berühmt/berüchtigt wurde sie durch den Kautschukboom in den Jahren 1870-1910. Ab 1910 begann mit Ende des Kautschukbooms der Niedergang der Stadt und ihr Verfall. Seit 1957 erlebt die Stadt wieder einen kleinen wirtschaftlichen Aufstieg durch die Errichtung einer Freihandelszone: Unternehmen, die in Manaus produzieren, können ihre Rohstoffe zollfrei einführen. Weiterhin hofft man auf einen Anstieg des Tourismus.

Ein Bus brachte uns zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, ein heimischer Guide erklärte uns die geschichtlichen Aspekte und behandelte uns mehr oder minder wie kleine Kinder.“ Ihr seht es regnet draußen, ihr müsst den Schirm mitnehmen!“

Wir besichtigten:

  • Das alte Zollhaus am Hafen, es wurde in England entworfen und Stück für Stück nach Manaus transportiert und hier dann zusammengesetzt
  • Den Palacio Rio Negro: 1910 vom deutschen Kautschukhändler Waldemar Scholz als Wohnsitz gebaut. Als er in finanzielle Schwierigkeiten geriet (Niedergang des Kautschukbooms, 1.Weltkrieg in Europa), verkaufte er ihn an Luiz da Silva Gomes, verschwand wegen seiner Schulden nach Europa und wurde nie mehr gesehen. Gomes schenkte dem Bundesstaat Amazonas den Palast, der ihn bis 1995 als Regierungssitz benutzte. Heute ist er ein Kulturzentrum.
  • Das Teãtro Amazonas: Ein Opernhaus, im Stil der italienischen Renaissance, 1884-1896 erbaut, „Europa am Amazonas“ , überladend, fremd in diesem Teil der Welt. Wir konnten einem Teil der Probe zu einer Oper (?) beiwohnen, die Akustik war sehr gut.
  • Die Markthalle Mercato Municipal: nach dem Vorbild der Pariser „Les Halles“ erbaut, am 15.07.1883 eröffnet. Die Pläne für das Eisengerüst erstellte Gustave Eiffel.

Man schleuste uns schnell durch alle Sehenswürdigkeiten und lieferte uns brav am Pier vor der Bremen ab!

Unser Schiff legte um 13.00 Uhr ab und fuhr den Rio Negro hoch nach Norden. Wir passierten die Ponte Rio Negro, eine 3,5 km lange Brücke, die den Fluss zwischen Iranduba und Manaus etwas 11 km vor dessen Einmündung in den Amazonas überquert. Staatspräsidentin Dilma Rousseff weihte die längste über Flusswasser führende Brücke in Brasilien am 24.10.2011 ein. Kosten: 1.099 Mill.Real = ca 470 Mill.Euro.

Um 15.30 Uhr erreichte die Bremen Praia Grande am Rio Negro. An einem herrlichen Strand konnten wir in dem sehr warmen (26 Grad), sehr weichen Wasser baden. Wir fühlten uns fast wie in der Südsee.

Um 18.30 Uhr wurden wir von der Schiffsmannschaft zum Sundowner am Pool eingeladen: Ein warmer Abend, ein sternenbedeckter Himmel und eine sehr lustige Tischgesellschaft (die Machu Picchu –Truppe) , sehr feines Essen und jede Menge Getränke ließen diesen Abend unvergesslich werden.