2022.3

Puerto de la Estaca/ El Hierro          23.10.22

Nach dem gestrigen anstrengenden Tag und durch das leichte Schaukeln des Schiffes schliefen wir die erste Nacht an Bord tief, fest und lange. Erst das Anlegemanöver des Schiffes in Puerto de la Estaca gegen 8.00 Uhr weckte uns. Da wir nun das zweite Mal auf der Hanseatic waren, fühlten wir uns mit der Kabine und den Gegebenheiten an Bord vertraut. Zum Frühstück gehen, kein Problem den Weg zu finden: Natürlich draussen im Lido Restaurant, um die ersten Eindrücke der Insel aufzunehmen.

Allerdings war der erste Eindruck von der Insel enttäuschend: Abgesehen von der Pier sahen wir nicht viel. Die Hanseatic hatte in Puerto de la Estaca , einem kleinen Fährhafen, festgemacht. Die grösseren Orte wie Valverde und la Frontera würden wir sicherlich später bei unserem Landausflug kennenlernen.

Nach einem wunderbaren Frühstück auf der Lido Terrasse waren wir gestärkt und munter für den Landausflug. Urs und ich hatten den Landausflug «Die wilde Naturschönheit von El Hierro», einem ganztägigen Ausflug mit Mittagessen gebucht.

Wir starteten von der Pier aus in einem kleinen Bus zum Aussichtspunkt Mirador la Gorona del Viento.

Weiter ging es zu einer alten Kapelle: Virgin de la Caridad. Dabei erlebten wir, wie schnell sich das Wetter änderte, plötzlich waren wir in einem Nebelmeer.

Unsere Führerin war eine junge Tschechin Joanna, die uns mit Herzblut die Geschichte Hierros, seine Landschaften und Menschen näherbrachte. Im Nachhinein müssen wir sagen, sie war die beste Führerin von allen auf dieser Kreuzfahrt!

La Gorona bietet eine Weitsicht und vor allem eine Sicht auf fünf grosse Windräder, die das Kennzeichen für ein einzigartiges Energie-Gewinnungsprojekt für erneuerbare Energien ist. Mit der von diesen Windrädern gewonnenen Energie kann die gesamte Insel mit Strom versorgt werden. Ausserdem wird diese Energie für Pumpen verwandt, die Wasser in höher gelegene Staubecken befördern. Da sich bei Windstille die Windräder nicht drehen und bei Starkwind abgeschaltet werden, übernimmt ein sogenanntes Pumpspeicherkraftwerk die Versorgung. Das dazu benötigte Wasser befindet sich in einem riesigen Becken im Vulkankrater der Caldera. Wird es gebraucht, durchströmt das entsalzte Meerwasser ein dickes und langes talwärts gerichtetes Rohr und treibt unten eine Turbine an, die genau so viel Strom erzeugt wie alle Windräder zusammen. Genaue technische Erklärung erörtere ich nicht weiter, da, ich muss gestehen, meine Kenntnisse auf diesem Gebiet mit dieser Erklärung erschöpft sind.

Nächste Station unseres Ausflugs war der kleine Ort El Pinar, einer der drei Gemeinden El Hierros, der sich im Süden der Insel befindet. Hier konnten wir bizarre vulkanische Formationen und grosse Kiefernwälder bewundern.

Ruhe und Entspannung breitete sich nach und nach in unserer kleinen Gruppe aus und locker sahen wir dem nächsten Punkt unseres Ausflugs entgegen: La Restinga. Es ist der südlichste Punkt El Hierros und auch Spaniens! Wir schlenderten durch den kleinen Fischerhafen,

warfen einen Blick in die kleine Fischmarkthalle mit grossen Thunfischen, sahen einer Tauchergruppe zu und entdeckten plötzlich im sehr klaren Hafenwasser eine Meeresschildkröte.

Auch zwei besondere Hotels entdeckten wir auf unserer Tour:

Einmal das aus einem Zimmer bestehende Hotel auf einem Lavafelsen

und das wunderschöne Hotel , an den Felsen gelehnt auf einem schwarzen Sandstrand.

Nach einem sehr feinen kanarischen Mittagessen in einem kleinen Restaurant

und natürlich einer Siesta mit kleinem Spaziergang durch La Restinga

ging es weiter zum Mirador de la Pena. Dieser Aussichtspunkt wurde von dem in Spanien, besonders auf Lanzerote, sehr berühmten Künstler und Architekten César Manrique entworfen.

In dem wunderschönen Restaurant gab es eine kleine Kaffeepause und wir konnten die Aussicht und die Architektur des Restaurants bestaunen.

Auf allen Etappen unseres Ausfluges sahen wir Wandtafeln mit Szenen aus der Fernsehserie El Hierro. Für Urs und mich war es ein Wiedererleben dieser Serie, von der wir vor etlicher Zeit begeistert waren.

Nach acht Stunden Landausflug kehrten wir am Abend pünktlich zum Willkommens-Cocktail unseres Kapitäns Tobias Pietsch auf dem Pool-Deck aufs Schiff zurück. Es war ein schöner Tag!

Um 23.00 hiess es: Leinen los! Die Hanseatic verliess El Hierro und nahm Kurs auf Santa Cruz/La Palma. Das bedeutete eine Distanz von 56 sm/ ungefähr 104 km.