Kapitel 5
Donnerstag, 16. November 2023,
Puerto Madry
Die Hanseatic Spirit erreicht Puerto Madryn morgens um 6.30 Uhr.



Puerto Madryn ist eine argentinische Stadt mit ungefähr 120 000 Einwohner am Golf Nuevo südlich der Halbinsel Valdés, unserem Hauptausflugsziel. Die Halbinsel Valdés ist ein weltbekanntes Naturreservat und UNESCO-Weltnaturerbe, auf der die Tierwelt vor allem Seelöwen, Wale, Pinguine, Robben und viele Vogelarten verhältnismäßig intakt ist.

Für mich heisst es früh aufstehen, denn schon um 7:30 Uhr beginnt mein Ausflug: „ Pinguine und Seelöwen auf der Halbinsel Valdés“. Die Ganztagsausflüge sind lang und mit grossen Fahrtstrecken. Urs kann es gemütlich angehen: Sein Ausflug startet erst um 12:30 Uhr: „See-Elefanten und Walbeobachtung bei Sonnenuntergang“.
Von der Pier fahren wir in einem großen Bus mit ça 40 Personen los. Dies missfällt mir von Beginn an, da die Zusammensetzung der Mitreisenden nicht gerade meinem Geschmack entspricht!
Wir fahren fast zwei Stunden über zum grossen Teilen Schotterpisten ins eintönige Hinterland mit endlos erscheinenden Steppen.

Unterbrochen wird die Fahrt mit einem kleinen Stopp zur Besichtigung eines kleinen Museums, in dem Fauna und Flora der Halbinsel Vadés erklärt werden.



Unser nächstes Ziel nach wiederum zwei Stunde Fahrt: Die private Forschungsstation Estancia San Lorenzo im Nordosten der Halbinsel. Hier steigen wir in einen Kastenwagen mit zwei parallelen Sitzreihen um.



Natürlich platziert man sich so breit („Ich habe ja bezahlt“…“ – Argument), dass erst die Leiterin der Exkursion nach mehrmaligen Versuchen für alle Platz schaffen kann. Zwei Ranger begleiten uns von nun an. Wir fahren in Richtung Strand und schon bald entdecken wir die riesige Kolonie von Magellan-Pinguinen. Die putzigen Tiere sind dabei ein Ei oder auch zwei zu brüten. Die Tiere sind zutraulich, jedoch müssen wir auf den vorgezeichneten Wegen bleiben, wir dürfen die Tiere nicht anfassen und müssen ihnen bei allen Tätigkeiten Vorfahrt gewähren. Bevor wir dir Pinguinkolonie betreten, müssen die Schuhe desinfiziert werden. Dies wird genau von zwei weiteren Guides kontrolliert. In Argentinien herrscht die Vogelgrippe und die Behörden bekämpfen die weitere Verbreitung sehr stark.






Wir können uns gar nicht von diesem so beeindruckenden Terrain und dem regen Treiben der Tiere trennen, doch unsere Guides drängen, es stehe noch ein „Highlight“ auf dem Plan. Nach der wiederholten Schuhdesinfektion fahren wir zur Estancia zurück, wo ein landestypisches Mittagessen uns erwartet: Diverse Vorspeisen, Lamm-Barbecue, Dessert. Dazu gibt es Wein und Wasser. Das Essen ist sehr gut! Anschliessend fahren wir wieder über die Schotterpiste nach Punta Norte, am Rande begleitet von Guanacos.

Von einem Aussichtspunkt können wir Seelöwen am Strand beobachten. Jedoch ist die Entfernung sehr weit und da die Tiere alle Siesta hielten, ist die Beobachtung schnell absolviert.



Wir treten die Rückfahrt nach Puerto Madryn an und erreichen das Schiff gegen 18.00 Uhr. Die Rückfahrt verkürzt unsere Führerin mit Geschichten über Land, Leute und Gewohnheiten. Sie bringt uns z.B. das Mate trinken näher, so dass ich am nächsten Tag unbedingt nach Puerto Madryn gehen muss, um für uns beide zwei Mate Becher und Mate Tee zu kaufen .

Urs erzählt von seinem Ausflug:
Auf unserem Ausflug“ „Seeelefanten und Walbeobachtung“ fahren wir zunächst mit unserem Bus in Richtung Puerto Piràmides. Die Strecke ist sehr flach und eintönig, wir entdecken weit verstreute Schaffarmen mit Stacheldraht fein säuberlich von einander getrennt.


Jedoch scheint der Fahrer nicht so ortskundig zu sein. Plötzlich erfolgt ein Stopp und Fahrer und Guide stellen fest, man ist zu weit gefahren. Also circa 45 Minuten zurückfahren! In Puerto Piràmides können wir einen Blick auf die Seeelefanten werfen, die in grosser Entfernung in grosser Anzahl am Strand faul herumliegen.


In der Nähe unseres Haltepunktes erblicken wir plötzlich ein Gürteltier, das nach Futter gräbt.

Nach ungefähr einer halben Stunde erreichen wir mit dem Bus den Ausgangspunkt zur Walbeobachtung. Wir steigen in ein kleines komfortables Boot

und schon bald können wir Glattwale entdecken. Sie kommen sehr nahe an unser Boot und lassen uns beim Abtauchen ihre Fluke bestaunen.




Interessant ist auch die grosse Anzahl von Mönchsmöven, die am Speck der Wale picken. Jedesmal wenn die Wale auftauchen, stürzen sie sich auf sie und reissen Stücke aus ihrer Haut (Speck).

Dann wird es Zeit, zur langen Rückfahrt. Zur Stärkung und Ablenkung gibt es eine Dinnerbox und viele Guanacos auf der Wegstrecke.
Der Abend verläuft sehr ruhig für uns beide. Urs kehrt erst gegen 21.30 von seiner Tour zurück. Wir sind beide total müde und wünschen uns nur noch schlafen zu gehen. So verpassen wir leider die laut Mitreisende fantastische Tangoshow im HansAtrium.
