15. Der Oman

04.04.2014

Dubai / Ankunft in Muskat

Nun ist es so weit: Nach einem feucht fröhlichen Abschied am Abend zuvor verließen wir am Morgen das Schiff. Wie nicht anders erwartet, war die Organisation perfekt. Die Koffer wurden schon in der Nacht zum Schiffsterminal gebracht, grau für individuell Reisende markiert, so brauchten wir am nächsten Tag nur auf sie zu zeigen, ein Taxifahrer packte sie ins Taxi und ab ging die Fahrt zum Flughafen. Wehmütig blickten wir zum Schiff zurück, es war eine sehr schöne Zeit auf der Columbus!! Aber nun winkte das Abenteuer Oman. Wir ließen das Gepäck im Aufbewahrungszentrum im Flughafen und suchten ein Taxi in die Stadt: Wir hatten nun Zeit bis um 19.00 Uhr. Was sollten wir machen? Freitags sind die Souks und alle Museen bis zum späten Nachmittag zu. Also entschieden wir uns in die Mall of the Emirates zu fahren und dort die Zeit zu verbringen. Der Taxifahrer versuchte uns zu betrügen, in dem er den 100 Dirham Schein, mit dem wir die Fahrt bezahlen wollten, heimlich in einen 5 Dirham Schein vertauschte und verlangte nochmals 50 Dirhams. Aber wir hatten gelernt. Wir weigerten uns und machten einen Aufstand. Er gab nach! Nun scheint Dubai auch nicht mehr so „ehrlich“ zu sein, wie es einmal war! Bis zum späten Nachmittag durchstreiften wir die Mall, wurden müde, suchten uns ein kleines Restaurant, beobachteten die Passanten und beschlossen mit der RTA Dubai Metro zum Flughafen zu fahren. Die Metro war voll von asiatischen und indischen Gastarbeiter, die sicherlich den freien Tag in diversen Parks oder mit Freunden verbringen wollten. Die Fahrt war sehr angenehm, schnell, preiswert und problemlos. Es ist das gleiche Schnellbahnsystem wie in Singapur. Wir suchten uns ein Plätzchen im Terminal 1F des Flughafens, in dem die Swiss abfertigt wird und warteten auf die Öffnung des Schalters. Wir waren einfach geschafft und hofften auf eine baldige Abfertigung. Nichts passierte. Scharen von arabischen Großfamilien strömten zu den arabischen Fluglinien. Mekkapilger trafen sich mit ihren Familien und Freunden, um gemeinsam den Pilgerweg zu gehen, Paketstücke, Koffer und Handgepäck wurde neu organisiert, verschleierte Frauen rückten zusammen um zu tuscheln, während die Kinder ein großes Geschrei in der Halle veranstalteten. Es war ein großes „Theater“ und wir die europäischen Zuschauer. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging auf Entdeckungsrunde. Ich fragte an mehreren Schaltern nach der Swiss bis mir endlich eine Dame ein Hinterzimmer zeigte, in dem die Swiss ihren Schalter geöffnet hatte. Wir hätten in der Halle ewig warten können. Nun gaben wir unser Gepäck auf, natürlich mit Problemen, da wir Übergewicht hatten, aber Ende gut, alles gut! Nach 40 Minuten Flugzeit erreichten wir Muskat, wo ein Vertreter des Reisebüros einen großen Zettel mit unseren Namen am Ausgang des Flughafens hoch hielt. Er brachte uns routiniert ins Hotel. Wir packten nichts aus, sondern fielen einfach ins Bett: Geschafft, jetzt nur noch schlafen. Morgen schauen wir weiter.

05.04.2014 Muskat

Der erste Tag im Oman. Beim Aufwachen musste ich mich zuerst einmal neu orientieren: Kein leichtes Schaukeln, kein großes Bett. Wir sind nicht mehr auf der Columbus, wir sind in einem Hotel in Muskat. Wir suchten den Kalender und den Reiseverlauf um uns zu informieren, wie der Tag heute ablaufen würde. Das Reisebüro hatte uns am Abend einen Brief zustellen lassen: 14.30 Uhr Treffen in der Hotellobby. Nach dem im Vergleich zur Columbus sehr kärglichen Frühstück und sehr trägen Obern  gab es für uns am Vormittag eine wichtige Aufgabe: Die Koffer mussten neu organisiert werden, da wir nur einen Koffer mitnehmen wollten, die anderen vier sollten im Hotel bleiben. Also alles wieder „raus und rein “  es war zum Davonlaufen. Pünktlich um 14.30 Uhr fanden wir uns in der Lobby ein und wurden von unserem Reiseleiter, einem Ägypter, begrüßt. Er sprach recht gut deutsch, bewahrte aber eine gewisse Distanz und machte den Eindruck, nur seinen Job zu machen. Mit uns reisten noch vier andere Pärchen und eine junge Frau. Alle waren jünger als wir und machten einen angenehmen Eindruck. Unsere erste Etappe war Muskat, das wir von der Costa Fahrt vor zwei Jahren kannten und das uns zu dieser Rundreise veranlasst hatte. Eine zweistündige Bootsfahrt rund um die Fjorde von Muskat gestaltete sich zum Highlight und stimmte auf eine gute Rundfahrt ein. Die Kulisse mit den schroffen Felsen, das blaue Wasser und die Gischt , die malerischen kleinen Dörfer, das ist einfach wunderschön. Im Schiff fuhren wir vorbei am Symbol des Omans dem Weihrauchgefäß  dann zum Sultanspalast. Ein majestätischer Palast am Meer gelegen, den der Sultan von Oman Qaboos bin Said als Repräsentationspalast bauen lies. Sein Privatpalast befindet sich ungefähr 70km von Muskat entfernt. Bei den Omanis ist er sehr angesehen und beliebt, da er das Land seit den 70iger Jahren in die Moderne führte und einen hohem Lebensstandard  für den Einzelnen brachte. Danach ging es zum Souk, den wir schon von 2012 her kannten. Die Atmosphäre des Bazars zieht mich immer wieder an: Die Farben, Gerüche, die Rufe der Händler, das Gefeilsche, das Gedränge genauso wie man sich den Bazar vorstellt. Im Anschluss gab es noch ein kleines Abendessen an der Corniche und total erschlagen fielen wir wieder ins Bett. Der morgige Tag sollte sehr anstrengend werden.

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06.04.2014 Muscat – Jabreen – Bahla – Jebel Shams

Heute sollte es also richtig losgehen. Nachdem wir uns um 8.30 Uhr an der Rezeption des Hotels trafen, bestiegen wir unseren kleinen Bus, natürlich klimatisiert. Ohne Aircondition geht im Oman nichts! Wir hatten morgens schon eine Temperatur von 28 Grad C, diese steigerte sich noch in den nächsten Tagen und wie immer der „Zufall“ es für Touristen will, die anstrengendsten Besichtigungen wurden jeden Tag von 12.00-14.00 Uhr gemacht!! Neben unserem ägyptischen Reiseleiter gab es noch unseren Fahrer mit dem historischen Namen „Nasser“. Er war die gute Seele der Rundreise: Immer fröhlich, zu jeder Zeit zu einem Witz bereit, ein ausgezeichneter Fahrer, hilfsbereit und überall bekannt. Er begrüßte jeden und erklärte uns jedes mal: This is my best friend. Wir bezeichneten uns am Ende der Reise auch als seine „best friends“ zusammen mit dem  halben Oman! Nachdem jeder im Kleinbus seinen speziellen Platz gefunden hatte, starteten wir zunächst zur „Großen Moschee“, die Sultan-Qaboss-Moschee in Muskat. Die Damen mussten alle Kopftücher, lange Ärmelkleider und Beinkleider tragen, die Männer lange Hosen. Am Eingang standen die Moscheewächter und kontrollierten sorgfältig. Urs und ich kannten die Moschee und das Prozedere schon vom letzten Mal, für die anderen war es ziemlich ungewohnt. Das Bauwerk ist sehr sorgfältig geplant und diese Planung zeigt sich schon in dem sehr aufwendigen Parkareal um die Moschee: Jeder Strauch, jede Palme, jedes ab gezirkelte Beet hat seinen symmetrischen Platz. Diese symmetrische Ordnung wird besonders durch die Frangipani Bäume unterstrichen, die wie unsere Pappeln die Wege begrenzen. Die Moschee an sich ist in allem großartig. Sie war bis vor kurzem die größte Moschee auf der arabischen Halbinsel, bis Abu Dhabi eine noch größere baute. Die Qaboss-Moschee nimmt freitags 20 ooo Betende auf , ihre 5 Minarette, deren höchstes über 90 Meter misst, sollen die 5 Säulen des Islams darstellen. Die Ausstattung ist ebenfalls großartig: weißer Marmor aus den Bergen des Omans, filigrane Kachelmosaike, vergoldete Decken und in der Kuppel ein 14 Meter hoher und 8 Meter breiter Kristallleuchter. Er hängt über einem 60×70 Meter großen Teppich, an dem 600 Iranerinnen vier Jahre geknüpft haben. Ich könnte mit den Großartigkeiten so fortfahren, aber die Einzelheiten kann man ja im Internet nachlesen. Für uns wichtig ist der Eindruck, den wir von dieser Moschee hatten: Großartig, die Verbindung der Modernen mit dem Traditionell-religiösem, Luxus und „Verschwendung(?)“. Nach der Besichtigung wird man zu Tee und Datteln und einer Diskussionsrunde mit omanischen Frauen in einen Seitenhof eingeladen. Die Diskussion verlief bei uns sehr schleppend und niemand wollte „heikle“ Fragen stellen. Wir brachen bald zu einem zweiten Besichtigungspunkt auf: Dem Naturkundemuseum. Es bot einen Einblick über Versteinerungen und geologische Besonderheiten Omans. Am Beeindruckendsten ist im Eingang das Skelett eines 14 Meter langen Pottwals. Für uns war dieses Museum kein Highlight. Wir waren enttäuscht. Die Objekte waren sehr unspektakulär, schlecht präsentiert, der botanische Garten in einem miserablen Zustand und alle Teilnehmer fanden sich nach 10 Minuten wieder im Bus zurück. Wir fuhren nun in Richtung Westen ins Gebirge zunächst nach Bahla , eine befestigte Oasensiedlung aus dem 17.Jahrhundert. Die Fahrt nach Bahla dauerte zwei Stunden und wurde nur kurz zu einem Stopp an einem Supermarkt zum Einkaufen  unterbrochen. Vor Bahla liegt das Schloss von Jabreen, ein Wohnschloss, aber auch ein Fort. Die klare gradlinige Sandsteinkonstruktion grenzt sich von einem tief grünen Palmen Hain ab und am Horizont erheben sich die über 3000m hohen Berge des Jebel Akhdar. Man glaubt in einer Filmkulisse zu stehen und durch die flimmernde Mittagshitze eine Fata Morgana zu sehen: Aber es ist die Realität.  Im Innern geben verschiedene Möbeln und Gebrauchsgegenstände einen Einblick in das Leben des Hofes im mittelalterlichen Oman. Die Holzschnitzereien, Deckenmalereien und Stuckarbeiten zeigen in welcher eleganten Atmosphäre sich das Leben  hier abspielte. Müde und vor allem hungrig verließen wir Jabreen. Aber wir waren mit Besichtigungen noch nicht am Ende: die Oasensiedlung Bahla mit der bekannten Festung stand direkt nach Jabreen auf dem Programm. Reste der 12 km langen Mauer aus Lehmziegeln durchzogen leuchtend grüne Palmengärten. Auf einem Hügel erhob sich über dem Ort eine der ältesten, größten und überall erwähnte Festung Hisn Tamah, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Müde, schlapp von der Hitze und durstig schleppten wir uns durch das Fort und hofften nun auf eine baldige Mittagspause. Diese fand dann auch an einer Tankstelle statt, an der wir unseren Bus mit Geländewagen tauschten um ins Gebirge zum „Grand Canyon“ Offroad zu fahren. Urs und ich befanden uns im Geländewagen des Leiters des Jebel Shams Resort Camps, einem Engländer, der uns auf der Fahrt tiefe Einblicke in das Leben eines Europäers im Oman gab. Die Strecke war zunächst gut ausgebaut, dann jedoch ging es „off road“ bis wir auf ungefähr 2600 m den schwindelerregenden Blick hinunter in die Schlucht des Wadi Nakhar tun konnten. Der omanische Canyon ist der 3. größte nach dem amerikanischen und afrikanischen. Mir wurde schwindelig zumal die Absicherung der Schlucht nicht sehr professionell war! Hier oben auf 2600 m würden wir also die Nacht im Camp verbringen. Es war sehr kühl, aber klar und sonnig und die Sonne verschwand in einem tief roten Sonnenuntergang. Zuvor bestrahlte sie aber noch das Gesicht von Queen Victoria (siehe Bild!). Ein gemeinsames Abendessen verlief sehr ruhig, keiner war so richtig gesprächbereit und schnell verließen alle das kleine Restaurant und  verschwanden in ihren Hütten: Es war kalt und wir waren von diesem langen Tag mit den vielen Eindrücken ausgepowert. In dieser Einöde, Stille mit den mächtigen Bergmassiven kam man sich winzig und unbedeutend vor. Hier gab die imposante Natur den Ton an!

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07.04.2014 Jebel Shams – Al Hamra – Misfat Al Abriyeen – Nizwa

Das Aufstehen am Morgen auf dem Jebel Shams, dem Sonnenberg, war hart. Es war kalt und die Sonne hatte sich zunächst hinter einem Dunstschleier verborgen. Queen Victoria schien immer noch zu schlafen, so packten wir schnell und routiniert in aller Stille unsere Sachen und gingen frühstücken. Ich muss gestehen, die Dusche ließ ich ausfallen, mir war kalt! Das Frühstück war nicht gerade erhebend, aber was kann man auch in dieser Steineinöde zum Frühstück herbei schaffen? Nur Fertigprodukte! Mit dem Geländewagen ging es wieder ins Tal zu unserem Bus und dann Richtung Nizwa. Unterwegs besuchten wir eine weitere Oasensiedlung „Al Hamra“, die Rote. Sie entstand in der Zeit zwischen 1625 und 1744. Da sie keine Festung besaß, gab es keine Zerstörungen durch Stammesfehden und sie überlebte in ihrem Urzustand. Die Lehmbauten sind noch großenteils erhalten und waren auch einzeln noch bis vor kurzem bewohnt. Der Öl- und Gasreichtum des Omans änderte dies jedoch schlagartig. Heute ziehen die Eigentümer den Komfort moderner Gebäude und das bequeme Leben  im Tal vor. Der Ort zerfällt, da es durch die Klimaverschiebung hier öfter regnet, der Lehm abgetragen  und nicht mehr erneuert wird. Schade, es wäre ein idealer Ort für ein Freilichtmuseum. Einen Einblick in das einstige Oasenleben gewährte uns ein Museum „Bait Al-Safah“, in dem Frauen vor uns Brot backten, Kaffee rösteten und Heilpasten herstellten. Eine traditionelle Tee-Dattelpause erlebten wir im Wohnraum des „Bait Al-Safah“ d.h. auf dem Boden sitzend probierten wir Tee und einheimischen Kaffee mit verschiedenen Dattelsorten. Die angenehme Kühle des Lehmhauses ließ unsere Müdigkeit schnell verschwinden und wir diskutierten fröhlich über die vergangenen Zeiten im Oman. Aber irgendwann sagten wir „Salam“ und fuhren oberhalb von Al-Hamra zu einem kleinen Bergdorf, das mit seinen ockerfarbenen, den felsigen Talhang emporsteigenden Häusern über einem Meer aus Dattelpalmen einem Gemälde entsprungen schien. Ein Stadttor führte zu einem Auf und Ab schmaler Gassen. Die Häuser bestehen aus Naturstein. Plätschernde Falaj-Kanäle wässern schattige Terrassengärten und eine üppige Vegetation steht im Kontrast zu den kargen Felsen des nahen Gebirges. Diesen Kontrast: felsige Wüste, fruchtbares Land, kleine bunte Ortschaften trafen wir immer wieder im Oman. Er gibt der Landschaft das besondere Etwas und hat uns immer wieder staunen lassen. Wir genossen den Spaziergang durch die Gartenanlagen und die ruhige Gelassenheit des Ortes. Dann ging es wieder weiter zu unserem Endziel des Tages: Nizwa. Sie ist  die Verwaltungsstadt mit ungefähr 90 000 Einwohner des omanischen Kernlandes und war immer ein politisches und religiöses Zentrum des Omans. Ihre Geschichte ist sehr wechselhaft bis in die neuere Zeit. Unser Reiseleiter schwärmte auf der Fahrt von dieser Stadt, vom Souk und dem städtischen Leben. Wir waren gespannt. Als wir an dem sehr großen und sanierten Souk in der Stadtmitte ankamen, machten wir große Augen: Die meisten Läden waren geschlossen und es waren kaum Besucher da. Die Stadt zeigte sich wie ausgestorben. Wir waren enttäuscht. Das Angebot der wenigen offenen Läden war dürftig und für uns nicht sehr attraktiv. Jedoch fand Urs den omanischen Silberdolch, den er sich gewünscht hatte und ich konnte das ein und andere Foto schießen! Bevor wir zu unserem Hotel fuhren, besichtigten wir noch die Zitadelle von Nizwa mit dem größten Festungsturm des Omans. Die ungewöhnliche Stärke und Raffinesse dieses Forts spiegelt sicherlich die strategische Bedeutung der Stadt wieder. Vom Fort aus hat man eine wunderbare Aussicht über die Palmengärten, die die Stadt einrahmen. Aber uns war es nicht mehr nach Malerischem zu Mute. Wir waren immer noch über den Souk und das „tote“ Stadtleben  enttäuscht.  Nach der Zimmervergabe im Hotel in Stadtnähe, verabredeten wir uns in einem kleinen Restaurant zum Abendessen und sprachen uns den Frust und die Enttäuschung von der Seele. Aber insha’alah morgen wird der Tag bestimmt besser!

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08.04.2014 Nizwa – Sinaw – Wadi Bani Khalid- Wahiba

Am nächsten Morgen verließen wir Nizwa wieder um 8.30 Uhr. Unser Ziel war die Rimal Al Wahiba, Wahiba Sands, eine Sandwüste in der Region Asch-Scharqiyya im Osten des Omans. Wir spürten schon am Morgen die große Hitze beim Einladen der Koffer und verzogen uns schnell in den klimatisierten Bus. Die Atmosphäre im Bus war locker und Mahmut, unser Reiseleiter, gab uns auf der langen Fahrt Informationen über Land und Leute. Er schlug vor, einen Abstecher nach Sinaw zu machen, einem Ort mit einem traditionellen alten Markt, der sehr bekannt ist für den Handel mit Ziegen, Kamelen und Silber. Er wollte sicherlich uns für Nizwa entschädigen! Wir parkten den Bus in der Nähe des Marktplatzes. Dann waren es nur noch wenige Schritte bis zum Markt und ihr glaubt es kaum: Der Markt war fast leer. Außer einem Pickup mit einigen Ziegen und Ziegenfutter, zwei, drei Obstständen, einigen Kleider- und Gewürzständen mit Beduinenfrauen, die Schnabelmasken trugen, aber nicht fotografiert werden wollten, war der Markt wie ausgestorben. Die Lösung der Geschichte erfuhren wir später von Nasser, unserem Fahrer: Der eigentliche Markt ist nur donnerstags und heute war Dienstag! Also schon wieder nichts. Wir stolperten in der Mittagshitze über den leeren Markt und drangen darauf nun wenigstens eine etwas längere Mittagspause zu machen. Dies wurde uns gestattet. Nach der Mittagspause ging es mit dem Bus weiter nach Osten zum Wadi Bani Khalid. Nach einiger Zeit schauten wir, die TeilnehmerInnen, uns alle an und schnüffelten: Wer ist in Ziegenk…. getreten? Keiner wollte es gewesen sein. Im Bus stank es erbärmlich nach Landwirtschaft. Der Geruch und das gemeinsame Erdulden hob die Stimmung ein wenig und wir freuten uns auf das Wadi , die frische Luft. Ich konnte mir bis dahin nicht vorstellen, was das „soooo“ Besondere eines immer Wasser führenden Wadis sei. Jetzt weiß ich es: Nach einem Fußmarsch vom Parkplatz des Busses in glühender Hitze erreichten wir eine kleine grüne Oase mit Becken voll türkis grünem Wasser in ein bis zwei Meter tiefen natürlichen Felsbecken. Ein leichter kühler Wind und die schattigen Palmen erfrischten uns sehr angenehm nach dem Fußmarsch. Es bestand die Möglichkeit zu schwimmen. Das Wasser war angenehm – nicht zu warm, nicht zu kalt- und bunte riesige Libellen schwirrten über Binsengras. Im Wasser tummelten sich unzählige Kangalfische (Garra Rufa). Hielt man die Füße oder die Hände ganz ruhig ins Wasser, kamen sie und knabberten die Hornhaut von den Füßen oder den Händen. An den Füßen kitzelte dies zunächst enorm vor allem an den Fußsohlen, aber nach einiger Zeit gewöhnte man sich daran und das Endresultat war verblüffend: Die Füße waren glatt und weich wie Babyfüße. Die beiden Stunden, die wir im Wadi verbrachten entschädigten uns für alle Enttäuschungen der Vortage und dieses Tages. Aber das Wüstenerlebnis stand ja noch bevor. Der Bus brachte uns in Richtung NO in die Sandwüstenregion. Die Felsen verschwanden immer mehr in der Landschaft , immer öfter tauchten frei umher laufende Kamele auf und Sand bedeckte mehr und mehr die Gegend. Wir erreichten eine kleine Ortschaft und tauschten wiederum den Bus mit 4 Geländewagen. Ab ging’s. Die großen Dünen verliefen parallel zueinander in NS-Richtung. Dazwischen befanden sich in zwei der zwischen den Dünen entstandenen Trichter Fahrstrecken. Sie sind nur durch Reifenspuren gekennzeichnet, Wege gibt es keine. Wir fuhren wie auf Polstern durch den weichen roten Sand, links von uns Meter hohe Sanddünen, vor uns der aufgewirbelte Sand der anderen Geländewagen. Unser Fahrer, ein junger Beduine, hatte das Auto gut im Griff, er fuhr sicher und zügig zu unserem Camp „Arabian Oryx Camp“. Einfache Zelthäuser mit Dusche und natürlich mit Klimaanlage (die mir in der Nacht nur Schwierigkeiten bereitete) sollten uns beherbergen. Ich stellte es mir einfacher vor. Es blieb nicht viel Zeit das Innere der Behausung nach Insekten und vielem anderem zu untersuchen (wir fanden auf die Schnelle nur einen großen Tausendfüßler). Gleich nach der Ankunft trafen wir uns wieder bei den Geländewagen zur Wüstenrallye. Ich hatte sehr unangenehme Erinnerungen an die letzte Wüstenrallye in Dubai und steckte  die bestimmte Tüte aus dem Flieger ein. Weiterhin faste ich mein Schicksal bei den Hörnern und baute bei unserem Fahrer vor: „Minfadlak bechuaya“ (Bitte langsam). Ich war mir nicht sicher, ob es die richtigen Worte waren und ich sie richtig aussprach, aber er schien es verstanden zu haben. Er fuhr langsam die Dünen auf und ab, schräg und gerade, horizontal und vertikal, ohne dass es mir übel wurde. Wir stiegen aus um die Wüste zu spüren, den Sand, der vom Wind in alle Kleider und Körperecken und Winkel geweht wird, die Trockenheit, die die Augen brennen lässt, die Stille, die Einsamkeit, die Weite. Das Highlight war ein atemberaubender Sonnenuntergang, das Farbenspiel und die Stille der Wüste. Zu unserem Fahrer hatte ich Vertrauen gefasst und fuhr mit ihm eine sehr steile und gut 200m hohe Düne hinunter zum Camp zurück. Urs rutschte diese Düne hinunter, was ihm großen Spaß bereitete. Zusammen mit den anderen TeilnehmerInnen aßen wir zu Abend und verbrachten noch einige Zeit mit unserem Fahrer an einem Lagerfeuer um den Tag „zu verarbeiten“. Urs und ich verließen bald das Lagerfeuer um noch etwas die Stille der Wüstennacht mit dem prachtvollen Sternenhimmel zu genießen. Eine Stimmung, die sehr schwer zu beschreiben ist, man muss sie einfach mal erleben.

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09.04.2014 Wahiba – Sur – Wadi Tiwi –  Muscat

Hätten wir doch die Klimaanlage über Nacht in unserem Hauszelt ausgemacht! Es war eisig kalt, es zog und ich wollte Urs nicht wecken, da ich nicht wusste, wie man sie abschaltete. So lag ich die halbe Nacht wach, versuchte mich mit allem Möglichen zu zudecken und am Morgen schmerzten  mir alle Glieder. Wir hätten die beiden kleinen Fenster nachts aufmachen sollen. Der kalte Wüstenwind hätte die Hitze im Zelt vertrieben. Wie auf dem Berg war heute Morgen wieder „Katzenwäsche“ wegen der Kälte angesagt. Die Luft vor dem Zelt war wirklich ziemlich kühl, erst in der Sonne kam die brennende Wärme und dann die hohen Temperaturen. Nach dem Frühstück wurde das Gepäck wieder in die Geländewagen eingeladen und ab ging es wieder auf „Luftkissen“ durch die Wüste zurück zu der kleinen Ortschaft zu unserem Bus.Wir fuhren zur Hafenstadt Sur. Sie liegt fast am östlichsten Zipfel des Omans, ist Provinzhauptstadt mit ungefähr 80 000 Einwohner und besitzt einen natürlichen Hafen. Die Hafenbucht ist ein sehr schönes Fotomotiv: Dunkelblaues und grünes Meer, weißer Strand, weiße Häuser und blauer Himmel. Der Legende nach wurde hier der legendäre Sindbad geboren. In der Meeresbucht sahen wir Meeresschildkröten, die in der Nähe ihre Eier in den Strand ein buddeln. Wir konnten zwei im Wasser schwimmen sehen. Die Eierablageplätze sind geschützt und nur einige Naturschützer haben das Recht, sie zu besuchen. Das alte Sur erstreckt sich auf einer kleinen Halbinsel zwischen Lagune und Meer. Der schmale Durchlass zwischen den beiden Gewässern bildete früher den Hafen. Hier liegen auch die Dhau-Werften und der Fischerort Al-Ayjah. Eine moderne Hängebrücke überspannt die breite Wasserstraße. Nach dem ersten Fototermin am Hafen besuchten wir die letzte Dhau-Werft, die noch Dhaus nach altem Mustern herstellt. Die Erklärungen unseres Reiseleiters gingen im Motorengeräusch der Handwerker unter, das Anwesen sah vernachlässigt aus und niemand schien bereit, unsere Fragen zu beantworten. Schade, denn die imposanten Dhaus waren früher der Stolz und das Hauptverkehrsmittel u.a. die Ostküste Afrikas zu kultivieren und mit Gütern zu beliefern. Nun wird diese Handwerkskunst aussterben und vielleicht in ein Museum wandern. Die letzten beiden Dhaus der Werft wurden von Abu Dhabi geordert, dann ist nach Aussagen unseres Reiseleiters Schluss. Nach einer längeren Mittagspause am Strand fuhren wir über die Hängebrücke in das kleine Fischerdorf Al-Ayjah gegenüber von Sur an der Festlandseite des einstigen Hafenkanals. Zwei alte Wachtürme und ein Fort flankieren das Hafenbecken, auf einer kleinen Anhöhe ein Leuchtturm. Mit kleinen weißen Häusern, sehr schönen geschnitzten Haustüren im omanischen Stil und verwinkelten Gassen gibt Al-Ayjah ein malerisches Bild des Lebens im 18. Jahrhundert. Wir bummelten durch die Gassen und die Fotoapparate hörten nicht auf zu klicken! Aber unser Reiseleiter versprach uns noch Schöneres: Das Wadi Tiwi. Das Wadi Tiwi gräbt sich ähnlich tief in die kahlen Felsen des Gebirges ein wie das Wadi Bani Khalid. Es ist ebenfalls wunderschön grün und dicht bewachsen. Eine asphaltierte Straße führt in das Tal hinein. Wir stiegen aus dem Bus und spazierten entlang des Wadis, das von üppigen Gärten mit Dattelpalmen, Bananensträucher, Mango- und Feigenbäumen umsäumt wird. Es war ein sehr schöner Spaziergang, nur es war wieder zur heißesten Zeit: 13.00 Uhr und wir schwitzten sehr.  Ein unschönes Erlebnis hatten wir auch: Die Kinder der kleinen Dörfer wurden zu dieser Zeit mit Geländewagen aus der Schule nach Hause gebracht. Aus einem Schulbus spukten uns die Mädchen an. Die Gründe ? Man kann sicherlich darüber diskutieren, politische, religiöse oder infantile Gründe finden, es war das einzige Mal auf der Reise, wo wir so etwas erlebten. Der Rückweg zum Bus ging sehr schnell von statten, wir suchten den klimatisierten Bus! Nun fuhren wir auf der Autobahn (Urs bezeichnete sie als Wohnzimmerautobahn, so komfortabel war sie) nach Muskat ins Hotel Majan. Als das Gebirge vor Muskat in Serpentinen hinunterfuhren sahen wir nach einer Kurve Muskat vor uns im Tal, wie in einem Breitbandfilm: Glänzend, ausgebreitet wie in weisser Teppich vor der Kulisse des Meeres. Wir beide waren gespannt. Ob unsere Restkoffer dort angekommen waren und in welchem Zustand? Sie waren da, intakt und wurden sofort in unser Zimmer gebracht. Am Abend verabredeten wir uns mit der Gruppe in einem kleinen jemenitischen Restaurant ganz in der Nähe des Hotels, versuchten die arabische Küche und ließen die Tour Revue passieren. Morgen sollte der letzte Ausflug sein und wir würden dann Adieu sagen. Bei der Rückkehr zum Hotel kamen wir auf die „sündige“ Idee noch etwas an der Bar zu  zusammen zu trinken. Leichter gedacht als getan. Die Bar des Hotels lag versteckt in der zweiten Etage des Hotel- Nebengebäudes und nur für Eingeweihte zu finden. Wir verbrachten dort noch einige lustige Stunden und fielen dann müde ins Bett!

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10.04.2014 Muskat – Al-Batinah – Muskat

Obwohl heute der letzte Tag unserer Rundreise war, sollte noch die fruchtbare Ebene im Norden von Muskat, die Al-Batinah, mit dem Bus besucht werden. Am Morgen wurden die Koffer der anderen TeilnehmerInnen im Bus verstaut. Auf der Rückfahrt fuhr der Bus ihre weiteren Feriendestinationen an. Viele wollten noch einen Bade- und/oder Erholungsurlaub an diese Rundreise dranhängen. Wir blieben noch eine Nacht im Majan Hotel und wollten dann morgen nach Frankfurt/Main fliegen. Die Al-Batinah ist ein sehr fruchtbarer Küstenstreifen. Im Landesinneren stößt die Batinah an das Gebirge des Westlichen Hajar. Das Wasser aus diesen Bergen ermöglicht intensive Landwirtschaft und eine dichte Besiedlung. Als Beispiel sahen wir Bila, eine Ortschaft am Hügel mit  kleinen Mauern abgegrenzten tiefgrünen Feldern im Tal und passierten den Sultanspalast Bait al-Barakah bei Seeb. Man erkennt ihn durch eine lange Mauer mit Wachtürmen. Er scheint die Ausmaße einer kleinen Stadt zu besitzen und war der Anlass zu einer lebhaften Debatte im Bus, die die Fahrt sehr belebte. Seeb  liegt ungefähr 15 Autominuten vom Flughafen Muskat entfernt und besitzt seeseitig eine schöne Corniche mit einer Fischauktionshalle. Wir beobachteten lange die Auktion, bekamen Erklärungen von Umherstehenden und bewunderten die ruhige Gelassenheit, in der das Treiben in der Fischhalle ablief. Am Strand kamen unterdessen weitere Fischerboote an, die nach und nach ihren Fang, mal groß, mal klein zur Halle brachten. Weiter ging’s zur nächsten Etappe: Barka. Barka war einst der bedeutendste Umschlagplatz des omanischen Handels. Heute hat es diese Bedeutung verloren. Die einstige Bedeutung spiegelt sich noch in seinem grossen Fort und in dem sogenannten Bait Na’am. Das bait Na’am ist ein Fort, dessen Restaurierung besondere Akzente auf die Innenausstattung legte: Wir bewunderten spitzbogige Wandnischen mit schönem Geschirr, Teppiche, bestickte Kissen. Hohe mit Palmblättern belegte Balkendecken trugen symmetrische Malereien. Oberlichter zur Belüftung und mächtige Lehmmauern sorgten für ein angenehmes Klima, denn, ihr erratet es, wann besichtigten wir Barka? Um 12.00 Uhr mittags! Interessant war auch der Raum, in dem der Dattelsirup gewonnen wurde. Der Saft der in Palmblätter eingewickelten und durchs Eigengewicht gepressten Früchte gelangte durch Bodenlöcher in einen Sammelbehälter. Das Bait Na’am entstand Ende des 17.Jahrhunderts und war damals wie heute laut Reiseführer von riesigen Dattelpalmhainen umgeben. Eine letzte Etappe stand noch an: Das Wadi Nakhl. Je weiter wir uns der Küste entfernten, desto deutlicher wuchs wieder vor uns das Gebirge. Es wird von der gezackten Silhouette des Jebel Nakhl beherrscht, der sich fast 2000 m in den Himmel erhebt. Er bildet den Hintergrund der Festung, die aus dem Felssockel, auf dem sie errichtet wurde, zu wachsen scheint. Wir waren hier nicht allein: Mehrere Busse mit Kreuzfahrausflügler hatten das gleiche Ziel. Es ging sehr touristisch zu: In einen Raum rein, schauen, raus, Raum rein, raus usw. Hinzu kam noch, dass im Eingang Filmszenen gedreht wurden. Dazu boten sich natürlich  das monumentale Tor, die äußere mächtige Umfassungsmauer und die sechs Wehrtürme besonders an. Es dauerte nicht lange bis wir alle wieder im klimatisierten Bus saßen. Es ging weiter durch die Dattelhaine hindurch bis zu den heißen Quellen von Al-Thorwarah. Die Einheimischen nennen diesen Ort Wadi Hamam (Bad), denn sie nutzen die warmen Becken (Wassertemperatur bis 42 Grad C) als Badestelle. Als wir ankamen, planschte ein junger Familienvater genüsslich mit seiner kleinen Tochter im Becken. Um das Wadi herum sieht man eine blühende Plantagenwirtschaft. Sehr hilfreich ist dabei natürlich, dass das Wasser oberirdisch entspringt und nicht mühsam mit Ziehbrunnen geschöpft werden muss. wir nutzen das Wasser, beziehungsweise die Kangalfische darin zur wiederholten Pediküre. Da die Zeit drängte, blieb uns hier nur ein kurzer Aufenthalt und zurück ging es Richtung Muskat. Unterwegs bedankten wir uns bei Fahrer und Reiseführer und die einzelnen Mitreisenden wurden in ihren neuen Hotels abgesetzt. Wir kehrten ins Majan zurück und hatten wiederum die imposante Aufgabe: 5 Koffer für morgen neu zu organisieren.
Hoffentlich zum letzten Mal!

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 11.04.2014 Muscat – Frankfurt/Main

Der nächste Morgen verlief ganz ruhig und stressfrei: Die Koffer waren neu organisiert, wir guter Dinge nach dem Frühstück und dem Check Out und der Fahrer des omanischen Reisbüros holte uns mit einem großen Geländewagen ab. Es ging zum Flughafen. Die Dame am Abfertigungsschalter schien mir etwas unerfahren zu sein. Sie wusste zunächst nicht, wie sie mit unserem Übergepäck umgehen sollte. Sie telefonierte, telefonierte, verließ den Schalter, kam zurück und ließ uns den bisher höchsten Betrag für unseren zusätzlichen Koffer bezahlen, aber nicht bei ihr, sondern an einem anderen Schalter usw. und so fort. Schließlich waren wir im Transit. Nach einer starken Tasse Kaffee und einem netten Gespräch mit einem Omani (Bayern München Fan) musste ich natürlich noch nach dem berühmten Parfum des Oman „Amouage“ in einem Duty Free Shop Ausschau halten. Der Geruch war betörend – der Preis ebenfalls: 100 ml kosteten 530 Rial, d.h. ungefähr 1100 Euro. Mein Einkauf war damit schnell erledigt, wir kauften stattdessen eine kleine Tafel Kamelmilch-Schokolade für 3 Rial (6.50 Euro).  Dann bestiegen wir den Flieger und warteten, warteten, warteten. Nach 30 Minuten meldete sich das Cockpit mit der Ankündigung, wir müssten auf 4 Passagiere warten, die wegen eines IT-Systemfehlers nicht einchecken könnten. Eigentlich nicht schlimm, aber wir saßen bei 37 Grad Celsius ohne Klimaanlage im Flieger, die Luft wurde unerträglich, der Schweiß floss. Nach einer Stunde bequemten sich die sehr aufgetakelten asiatischen Stewardessen uns einen kleinen Becher Wasser zu geben. Nach 90 Minuten Wartens in der Sauna, hatten wir es endlich geschafft und rollten auf die Startbahn und ab ging es nach Norden Richtung Frankfurt/M. Wir flogen über den Golf, den Iran, die Türkei (wegen des Syrienkonflikts), Rumänien, Ungarn, Österreich und dann Deutschland. Der Service im Flieger war bisher der schlechteste, den wir je erlebten. Die Stewardessen waren nicht organisiert, hilflos und nicht bemüht. Wir bekamen z.B. Essenstabletts ohne Besteck, meine Kreditkarte (nach dem Bordeinkauf) wurde mir abgenommen, mitgenommen und als sie nach 30 Minuten nicht zurückkam, musste ich auf die Suche nach ihr gehen, da erst tauchte sie plötzlich wieder auf! Das Essen war so schrecklich, dass wir beide lieber den Hunger mit Mineralwasser unterdrückten. Ich war wirklich über diese Fluglinie so schockiert, zumal wir im Internet nur gute bis sehr gute Bewertungen lasen. Auch eine Erfahrung!

Nach der Landung in Frankfurt/M ging für uns alles sehr schnell: Zwei Engel (Andrea und Dimitri) warteten auf uns. Sie fuhren uns nach Hause. Nun sind wir wieder in „Old Europe“ und beginnen wieder unsere Füße in die Realität zu setzen!

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