8. Malaysia

Malysia

Borneo ist die dritt größte Insel der Welt. Drei Länder teilen sich das Territorium: Indonesien, Malaysia und das kleine Sultanat Brunei.
 

Donnerstag, 27.Februar 2014

Brunei

 

Um das Sultanat Brunei zu erkunden hatten wir von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr Zeit. Die Columbus machte an der Pier in der kleinen Hafenstadt Muara fest und wir fuhren mit einem Shuttlebus in die Hauptstadt Bruneis mit dem schönen Namen Bandar Seri Begawan, kurz BSB! Als wir in der Stadtmitte ankamen, natürlich hielt der Bus direkt vor der Deutschen Botschaft, rieben wir uns die Augen: Geschlossene Läden, kaum Menschen auf den Straßen. Das Leben beginnt erst später, meist am späten Nachmittag wegen der Hitze. In einem kleinen Restaurant erstellten wir eine Liste von Sehenswürdigkeiten, die es abzuarbeiten galt. Unser Tatendrang wurde aber sehr schnell gebremst: Es war sehr heiß und feucht. Übrigens gab es im Restaurant gratis Mineralwasser so viel wir wollten und eine nette Bedienung brachte uns einen Teller Süßigkeiten einfach zum probieren. Wir beschlossen zunächst mit einem Boot zum Kampong Ayer, dem Wasserdorf, zu fahren. Das ist eine kleine Stadt von Pfahlhäusern, der Keimzelle von BSB. Stege und Brücken verbinden die Häuser miteinander. Vor einigen Jahren baute der Sultan große neue Wohnsiedlungen auf dem Festland und bot der Bevölkerung an, dorthin kostenlos umzuziehen. Die meisten kehrten nach einigen Jahren wieder ins Wasserdorf zurück. Nun stattete der Sultan diese Pfahlhäuser mit Betonpfeiler anstelle von Holzpfeiler aus, jedes Pfahlhaus erhielt fließendes Wasser und Strom und natürlich eine Satellitenschüssel. Heute wohnen fast 30 000 Menschen dort. Diese Mischung zwischen Moderne und Althergebrachtem kennzeichnete für uns BSB: Tolle Wolkenkratzer, Marmoreinkaufszentren neben orientalischen kleinen Geschäften und handwerklichen Mängeln der Dritten Welt. Uns fehlte die orientalische Atmosphäre, das „warme“ Flair, es war unserer Meinung alles etwas aufgesetzt, künstlich, nicht gewachsen. An der Uferpromenade mieteten wir uns ein Motorboot mit Fahrer für eine Stunde und mit voller Geschwindigkeit flogen wir übers Wasser, aber zu unserem größten Erstaunen am Wasserdorf vorbei in einen Flussarm mit Mangrovenwäldern. Wo bringt er uns hin? Eine Verständigung in Englisch war nicht möglich. Plötzlich bremste er das Boot, fuhr in den Mangrovenwald und zeigte mit der Hand in die Bäume: Wir sahen Langnasenaffen in den Bäumen. Das hatten wir nicht erwartet, da man uns erzählt hatte, dass man diese Affenart nur sehr selten in freier Natur sieht. Wir hatten noch zwei, drei Mal Glück. Allerdings bis ich meinen Fotoapparat jedes Mal bereit hatte, waren die Affen weg. Auf der Rückfahrt konnten wir den neuen Palast des Sultans, das Wasserdorf und die Skyline von BSB bewundern. Als wir wieder am Land waren, erschlug uns die Hitze. Von einer Liste abarbeiten war keine Rede mehr. Wir schleppten uns zur großen Moschee, die wir wegen des Mittagsgebetes nicht betreten durften und dann gab es nur noch eins: ein klimatisiertes Einkaufszentrum. Am späten Nachmittag spazierten wir noch kurz über einen kleinen Markt und dann ging’s mit dem Shuttlebus zurück zum Schiff. Brunei wird uns in der Erinnerung bleiben als ein Staat, der westliche Moderne von oben verordnet anbietet, die die Bevölkerung jedoch noch nicht annahm.

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28.02.2014: Kota Kinabalu

Um es gleich zu sagen: Kota Kinabalu, kurz KK, ist ein Einkaufsparadies. Ich erstand drei Markenjeans für zusammen 33 Euro!! Allerdings dürfte eine Shoppingtour von Europa aus wegen der Flugkosten nicht mehr so lukrativ sein. Aber der Reihe nach!

Urs und ich wollten in KK in einen Wildpark, der sich 25km außerhalb von KK befindet. Wir engagierten einen Taxifahrer (Hin-und Rückfahrt und auf uns zwei Stunden am Wildpark warten: 26 Euro!). Als wir im Wildpark das Taxi verließen erschlug die Hitze uns wieder: Mir wurde schwarz vor den Augen und ich glaubte wegen der hohen Luftfeuchtigkeit zu ersticken. Der schattige Park war gerade das Richtige und wir gingen es ganz langsam an! Der Park beherbergt die einheimische Tierwelt: Nasenaffen, Elefanten, Krokodile, Tiger, Antilopen, Schlangen. Auf der Rückfahrt zur Stadt stand von vorneherein fest: Wir bleiben in einem klimatisierten Einkaufszentrum. Das war schnell gefunden. Wir traten ein und standen vor: Braun Büffel aus Kirn! Nach einem malaysischen Mittagessen im Food Court stürzten wir uns in die Geschäfte, mit wie oben beschrieben großem Erfolg. Von der Stadt haben wir sehr wenig gesehen, aber laut Reiseführer ist sie eine Retortenstadt, da sie im 2. Weltkrieg vollständig zerstört wurde.

Mit Paketen voll beladen kehrten wir am Abend im Shuttlebus zum Schiff zurück. Neben unserem Schiff lag ein weiteres großes Kreuzfahrtschiff. Wie wir vom Kapitän erfuhren, ist es ein „Gameschiff“. Dieses Schiff ist ein riesiges Casino. Da in manchen Ländern Glücksspiel verboten ist, reisen die Passagiere für einen Tag und eine Nacht an, das Schiff fährt für einen Tag und eine Nacht in internationale Gewässer, die Kugel rollt und am nächsten Tag sind sie wieder zurück. So etwas gibt’s auch! Am Abend wurden wir mit einem wunderbaren Sonnenuntergang überm Meer belohnt!

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01.03.2014: Sandakan

Sandakan, auf Nordborneo gelegen, wird in meiner Erinnerung als „Affenstadt“ bleiben. Den Ausflug, den wir in und um diese Stadt unternahmen, hatte nur etwas mit Affen zu tun: Orang-Utans und Nasenaffen. Wir fuhren zuerst durch landestypische Vorstädte und Dörfer mit auf Stelzen stehenden Holzhäusern, Straßen Baustellen, kleinen Handwerksbetrieben und tropischer Vegetation zu einem Regenwald, in dem ein  Auswildungsgehege für Orang-Utans geleitet wird. Verwaiste Orang-Utan Babys oder kleine Orang-Utans, die von Privatleuten als Haustiere zeitweise gehalten wurden, werden dort ein bis zwei Jahre auf ihr Leben im Urwald vorbereitet. Zweimal am Tag wird an einer zentralen Stelle im Wald Futter ausgestreut, damit alle die Möglichkeit haben, Essen zu finden. Wir kamen etwas verfrüht an und warteten in tropischer Hitze, stillschweigend und die Büsche und Bäume beobachtend. Dann ein Knacken, Rauschen und der erste kleine Orang-Utan schwebte durch die Äste heran. Wir hatten den Eindruck, er beobachtete uns zunächst, zeigte uns dann ein paar Turnübungen und verschwand wieder. Aber bald kamen noch drei weitere, die ähnliches Verhalten zeigten. Als wir zum Ausgang gingen, ein kleines Rascheln und hopp stand ein Männchen direkt vor uns auf dem Geländer des Holzstegs. Ich war so überrascht, dass ich vergaß die Kamera aus der Tasche zu nehmen. Er schaute uns an, ging einige Meter auf dem Geländer weiter und verschwand im Wald. Unsere erste Begegnung mit Orang-Utangs in fast freier Natur.

Vom Auswilderungsgehege ging es mit dem Bus in eine Palmplantage (zur Gewinnung von Palmöl). In dieser Palmplantage gibt es ein kleines Zentrum für Nasenaffen. Der Besitzer der Plantage vermarktet dort den täglichen Besuch der Affen zu seinem Haus. Es war lustig dem Treiben dieser Affen zu zusehen, vor allem wenn man ihre Reaktionen mit unseren eigenen Reaktionen gleichstellt oder vergleicht. Gegen Abend fuhren wir in halsbrecherischem Tempo zum Schiff zurück um noch vor dessen Auslaufen an Bord zu sein!

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Samstag, 22. 03.2014

Port Kelang, Malaysia

Port Kelang liegt auf der Halbinsel Malaysias und ist der Hafen von Kuala Lumpur, der Hauptstadt, die 70 km entfernt auf dem Festland liegt. Unser Schiff hatte hier eine Liegezeit von 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Wir waren uns nicht sicher, ob wir zur Krabbeninsel oder nach Kuala Lumpur mit dem Schiffsbus fahren sollten. Wir wählten Kuala Lumpur. Der Weg dahin führte uns über eine neue Autobahn, neue Trabantenstädte und riesige Baustellen. Das Thermometer kletterte auf 34 Grad C! Bei Ankunft in KL, stärkten wir uns in einem Einkaufszentrum mit Kaffee und Kuchen und machten uns dann auf, die Zwillingstürme zu besichtigen. Zu Fuß bei dieser Hitze für uns unmöglich. Also nahmen wir die Monorail, stiegen aus und mussten noch eine Strecke zu Fuß zurücklegen bis wir vor den beiden Türmen standen. Um die Türme herum gab es eine riesige Show wegen des am letzten Wochenende stattgefundenen Formel 1-Rennens, bei dem der Petronas- (malaiische Erdölfirma, Besitzer der TwinTowers) gesponserte Mercedes gewonnen hatte. Karten für die Sky-Etage konnten wir keine bekommen, aber das war für uns nicht ärgerlich. In der letzten Zeit waren wir so oft auf Sky-viewing, dass wir das locker verschmerzen konnten. Der eine Turm ist ausschließlich ein Bürozentrum, der 2. teilweise ein riesiges Einkaufszentrum. Wir schauten im 2. uns die einzelnen Etagen an und stellten fest, alles was in der Welt Rang und Namen hat, ist hier vertreten. Die Preise sind europäisch und wir würden sagen, abgehoben. Wir hoben dann auch ab: Mittagessen gab’s bei Harrods und englische Ingwerplätzchen mussten wir ebenfalls bei Harrods in Kuala Lumpur, Malaysia kaufen. Als Harrods seinen reiz verloren hatte, wollten wir zurück zu unserem Shuttlebus. Aber nicht durch die Hitze! Also nahmen wir ein Taxi: Urs fragte nach dem Preis, der Taxifahrer erklärte er fahre mit dem Taximeter. Wir fuhren los, nach 10/15 Minuten kamen wir an und der Taxifahrer fordere von 100 USD. „Uns blieb die Spuke weg“. Wir reklamierten, drohten, aber was konnten wir machen? Wir einigten uns mit ihm auf 60USD (alles was wir dabei hatten!), notierten seine Taxinummer und verließen das Auto. Auf der Touristinfo gab man uns eine Telefonnummer um zu reklamieren. Letztendlich taten wir das nicht, da wir mit dem Shuttlebus zum Schiff zurückfahren mussten, eine internationales Telefongespräch sehr teuer würde und am Ende wahrscheinlich Aussage gegen Aussage stände. Wir vereinbarten dieses kleine Abenteuer in unsere Box „Erfahrungen“ zu tun und darüber zu lachen, wie man  zwei Provinzler in Kuala Lumpur übers Ohr haute!

Am Abend nach dem Abendessen war es ein gutes Thema in geselliger Runde an der Bar!

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Sonntag, 23.März 2014

 

Porto Malai/Langkawi Malaysia

 

 

Letzter Halt in Malaysia war Langkawi, ein Bundesstaat von Malaysia, der aus 99 Inseln besteht. Früher ein Urlaubsgeheimtipp an der Grenze zu Thailand, heute ein begehrtes Urlaubsziel für Asiaten, Australier und mehr und mehr Europäer. Außer Faulenzen an traumhaften Stränden, kann man durch den Dschungel wandern, mit einer Seilbahn die höchsten Berge erklimmen, Tennis und Golf spielen oder alle möglichen Wasseraktivitäten in Angriff nehmen. Urs und ich hatte eine Fahrt zur Erkundung der Westküste gebucht. Vom Schiff ging es mit dem Bus ins Hinterland Richtung Berge. Wir erreichten nach ungefähr einer Stunde eine Art „Hollyday-Park“. Seine besondere Attraktion ist eine Seilbahn, die über den tropischen Regenwald zu den Gipfeln der Berge führt. Aber wie überall in Asien: Man ist nie allein! Eine riesige Menschenmenge wartete vor den Kabinen und wir warteten 45 Minuten um in eine Seilbahnkabine zu sechst einzusteigen. Und hoch ging’s. Natürliche wurden gleich alle Unfallszenarien von uns sechs erörtert, was so ungeheuren Mut machte, die Fahrt durchzustehen. Die Seilbahn wurde von einer österreichischen Firma erstellt, was unserem Sicherheits- und Qualitätsanspruch genüge tat. Es ist die längste, an einem Seil schwebende Seilbahn der Welt. Da wir die Menschenmenge an den Teilstationen sahen, beschlossen wir sechs nicht auszusteigen, sondern an der Endstation einfach sitzen zu bleiben und direkt wieder zurückzufahren!

Die Aussicht über die Insel war sehr schön und Gott sei Dank war es nicht sehr windig. Wir kamen unten heil an! Die Busfahrt wurde fortgesetzt und wir erreichten ein Reisanbaugebiet. Dort wurde nochmals der Reisanbau erklärt. Da wir dies schon mehrere Male hörten, streiften wir im Gelände herum und suchten nach Fotomotiven. Die Fahrt zum Schiff ging an vielen Hotels und Touristenzentren vorbei und wir erreichten die Columbus noch bei einem schönen Sonnenuntergang. Nun werden wir drei Tage auf See sein bevor wir Colombo/Sri Lanka erreichen.

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