SAL und Heimfahrt 03.11.2022-04.11.2023

Nun ging es zum letzten Mal zum Frühstück auf den Lido der Hanseatic: Hungrig waren wir nicht, nur traurig! Unsere Koffer standen schon auf der Pier aufgereiht, um dann nach der Identifizierung in den Bus gebracht zu werden. Um 9.15 Uhr wurde der Abschied Realität: Nach der Reise von ca. 1416 Seemeilen (laut Logbuch) standen die Verantwortlichen der Fahrt an der Pier Spalier: Handschlag, Umarmung, Tschüss: Gute Heimreise wünschte der Kapitän, die Reiseleitung mit Manfred, das Expeditionsteam und die gesamte Mannschaft: Wir sagten 1000-mal Dank für die wunderschöne Reise!

Mit den Mitfahrer.innen, die direkt nach Zürich fliegen wollten und nicht über Lissabon, starteten wir zu einer Inselrundfahrt.
Auf Sal gibt es vor allem Sand, Sonne und TUI. Schon beim Vorbeifahren am Flughafen fielen uns drei grosse TUI-Jets und jede Menge TUI-Busse auf. Der starke Passatwind, der von November bis Juni weht, macht die Insel zum Eldorado für Surfer, aber auch für jeden anderen Wassersport dank kilometerlanger Sandstrände und blau- türkisenem Meer. Es regnet so gut wie nie, also Sonne pur und durch den ständigen Wind vom Meer her, herrscht eine angenehme Wärme. Mit dem internationalen Flughafen und den vielen Touristikprojekten erlebt Sal aktuell einen steilen wirtschaftlichen Aufstieg.
Wir fuhren durch die kleine Inselhauptstadt Espargos zu einem kurzen Besuch der Salzmine und des Salzsees, die von einem italienischen Investor betrieben werden. Die Inselbevölkerung wehrte sich vor Jahren mit Erfolg, als der Plan bestand sie in eine grosse Spa-Anlage auszubauen. So blieb Ursprüngliches erhalten.



Weiter ging es nach Santa Maria, dem eigentlichen Touristenort. Wir besuchten den Botanischen Garten Viveiro. Die Besitzerin hat hier über Jahre typische Pflanzen der Kapverden angepflanzt und gibt ausserdem alten Nutztieren ein zweites Zuhause. Mit grossem Erstaunen, vielleicht auch Entsetzen, entdeckten wir hier im Anschluss einen neu errichteten Golfplatz. Sal, dessen Bevölkerung grosse Wasserprobleme hat, hat einen Golfplatz???







Wir schlenderten über den sehr schönen Strand und entlang der Küstenpromenade, vertraten uns die Füsse,




bevor wir mit dem Bus zum Hotel Melia Dunas Resort gebracht wurden. Hier sollten wir die Nacht verbringen!
Beim Betreten der sehr schönen Anlage stiess ich einen Seufzer aus: Zum Glück nur für eine Nacht! Das Kontrastprogramm zur Hanseatic! Das Melia Dunas Resort ist das typische grosse All Inklusiv Ferienhotel. Als erstes bekamen wir ein Bändchen um das Handgelenk und nun konnten wir loslegen: Essen trinken, trinken essen usw. Nach einigen Verwirrungen seitens der Angestellten (anscheinend war unsere Gruppe nicht vorgeplant) bezogen wir ein sehr nettes, grosses Zimmer. Die Angestellten waren sehr hilfsbereit und freundlich, aber auch etwas hilflos bei Fragen, die vielleicht nicht so häufig vorkommen:» Können wir morgen um 03.30 Uhr geweckt werden?»


Wir hatten uns mit einem anderen Pärchen von der Hanseatic zum Essen verabredetet. Uns erwartete ein riesiges Buffet (ich schätzte fast 100m lang), das jeden Tag von 10.00 Uhr bis irgendwann nachts angeboten wurde. Die Gerichte waren nach europäischem Geschmack nichts Besonderes aber gut. Später beim «Erforschen» der Anlage entdeckten wir kleinere Restaurants, die man jedoch nur betreten konnte, wenn man sich zuvor an der Rezeption angemeldet hatte. Zum Strand hin wurden aus den Hotelzimmern grössere Appartements (Studios), die sicherlich für Familien so direkt am Strand ideal sind. Nach einem «Absacker» begaben wir uns in unser Zimmer, da wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten!
Jedoch in der Nacht begann mein Problem! Ich war häufiger im Bad und auf der Toilette als im Bett: Eine Magen-Darm-Infektion! Woher? Urs hatte nichts und er hatte das gleiche Essen wie ich, halt: ausser dem Dessert! Also muss es das Dessert gewesen sein!

Ein Leidensweg begann nun für mich: Die Fahrt frühmorgens um 04:00 Uhr zum Flughafen, das Einchecken immer unterbrochen von heftigster Übelkeit und Durchfall. Der Flug von Sal nach Zürich, eine Qual. So elendig hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt! Endlich in Zürich angekommen, kamen wir gerade richtig in den Freitagabendverkehr und benötigten ungefähr 2.5 Stunden Stopp and Go um nach Hause zu kommen, was wir sonst in 1.5 Stunden erledigen. Und nun kam das absolute Highlight: Als wir endlich vor der Haustüre standen, wussten wir nicht mehr, in welcher Tasche oder Koffer wir die Hausschlüssel verpackt hatten. Was nun? Alles auspacken? Nein!! Zum Glück gibt es eine Bekannte, die immer einen Haustürschlüssel von unserem Haus hat. Also, nochmals ins Auto und den Haustürschlüssel abholen. Danach gab es nur noch eines: Ins Bett und schlafen, schlafen, schlafen.
Trotz des für mich so unfreundlichen Abschlusses der Reise, waren die Kapverden eine wunderschöne Fahrt, die wir beide auf keinen Fall missen möchten!