2021.15 Kreuzfahrt Tag 7

20-10-2021

Die Insel Graciosa

Graciosa, von der UNESCO zum Biospärenreservat ernannt, ist die flachste Insel der Azoren. Trachit, ein Vulkangestein, das mit der Zeit eine weiße Farbe annimmnt, verlieh der der Insel den Beinamen „weiße Insel“.

Aber noch auf andere Weise unterscheidet sich Graciosa von den anderen Inseln. Nicht alle Dörfer liegen an der Küste, sondern sehr viele im Inselinneren. Grund: Die Insel ist nicht bergig! Die Felder werden meist nicht wie auf den anderen Inseln von Hortensienhecken gesäumt, sondern von Trockenmauern. Es gibt verhältnismäßig wenig Viehwirtschaft, dafür aber wird auf Graciosa viel Wein angebaut. Den Süden nimmt die große Caldeira ein, in deren Mitte die Attraktion der Insel liegt: Die Furna do Enoxfre, der Blick in die Unterwelt!

Die fast 2000 Einwohner leben vorwiegend von der Landwirtschaft. Der Export von Getreide und Wein brachte der Insel in der Vergangenheit Wohlstand, weshalb nicht selten unwillkommener Piratenbesuch ansegelte. Nach der Besiedlung Graciosas wurden 13 Festungen zum Schutz erbaut.

Wahrzeichen Graciosas sind die Windmühlen aus dem 19.Jhrdt, die den geernteten Weizen zu Mehl verarbeiteten. Heute dienen sie meist als Sommerunterkünfte oder zu Museumszwecken.

Urs und ich entschieden uns an der Wanderung zur Furna do Enxofre teilzunehmen. Ein Bus brachte uns zum Ausgangspunkt der Wanderung. Von dort ging es im forschen Tempo über eine schöne Landschaft zu einem natürlichen Tunnel,

wir warfen einen Blick vom Kraterrand in den Vulkan. Nun wanderten wir ungefähr ca 2 Stunden um die ausgedehnte Caldera durch abwechslungsreiche Vegetation, die uns ausführlich von unserem Guide Marco erklärt wurde. Unterbrochen wurde diese Wanderung von einem plötzlichen Regenguss, den Marco auch „im Griff“ hatte. Er orderte unser Büschen in die Nähe unseres Standortes und so konnten wir das Ende des Regens im Bus abwarten!

Die 6 km lange Kraterumrundung erfolgte an der Außenseite des Vulkans auf einem breiten, gut ausgebauten Weg mit einigen Steigungen. Von hier bot sich eine schöne Aussicht auf die Küste der Insel: Das Meer wich uns die ganzen 2 Stunden nicht von der Seite.

Die Wanderung führte dann zur Schwefelhöhle Furna da Enxofre. Vom Besucherzentrum aus führt eine Wendeltreppe mit ungefähr 180 Stufen in den Schlot des Vulkans. Heiße Quellen brodeln in einem unterirdischen See. Prinz Albert von Monaco segelte 1879 über den Atlantik, um hier ins Innere der Erde abzusteigen, damals nicht per Treppe, sondern mit einer Strickleiter. Ich verzichtete auf das Absteigen, denn 180 Stufen hinunter bedeuten auch 180 Stufen hinauf!

Der Bus brachte uns nach Praia und zum Pier zurück! Urs und ich nahmen von der Pier den Shuttlebus von Praia nach Santa Cruz. Der Bus hielt am Praça Fontes Pereira de Melo oder kurz Rossio, einem Dorfplatz, wo sich das Alltagsleben abspielt. Wir suchten uns ein kleines Restaurant zum Mittagessen: Apolo 80. Es gab als Vorspeise Bohnensuppe, dann ein Fischgericht und zum Nachtisch eine Art Pana Cotta. Dazu ein Glas Rotwein und zum Abschluss einen Kaffee. Herrlich! Alles zusammen für zwei Personen für 17 Euro. Wir haben nachgefragt, ob das stimmt? Ja, natürlich stimmt das!

Ein Rundgang durch den Ort beendete unseren kleinen Ausflug nach Santa Cruz und wir fuhren mit dem letzten Shuttle-Bus zur Pier zurück.

17.00 Uhr: Die Hanseatic verließ Praia und nimmt Kurs auf Vila do Porto / Santa Maria.

Wir entspannten am Pooldeck und ließen die Eindrücke des Tages Revue passieren!