7. Singapur

23. Februar 2014

Singapur

Es scheint, dass ich jedes Mal vor dem Anlaufen einer großen Stadt  seekrank werde. Vor Sydney ist es mir passiert und jetzt wieder vor Singapur! Am Abend zuvor musste ich das Abendessen abbrechen. Laut Urs war mein Gesicht grün und grau. Anstelle mein Pflästerchen sofort zu nehmen, warte ich zu lange und schwupp liege ich flach! Langsam bekomme ich aber Routine in der Genesung. Nachmittags beim Anlegen an die Pier war ich topfit! Urs und ich wollten Singapur nicht schiffsorganisiert erkunden und so zogen wir mit einem anderen Paar los: Zuerst muss man im Cruise Terminal durch die „Immigration“ (anscheinend ist dies in vielen Länder kein Problem, außer in den USA!).

Direkt hinter der „Immigration“ beginnt die „Shopping Mall“. Diese zieht sich fast durch die gesamte Stadt. Erste Hürde: Wie kommen wir zu einem Taxi! Eine lange Schlange wartete vor dem Terminal: ruhig, gelassen und ohne Vordrängen. Welch großer Unterschied zu unseren Buffets auf dem Schiff, wo in allen Variationen versucht wird, sich vorzudrängen (wir erleiden ja mit nur 5 Mahlzeiten pro Tag große Hungersnot und müssen Angst haben, dass die Platten nach 10 Minuten immer alle leer sind!!!).

 

Kurz einige Vordrängmethoden:

  1. 1.     Man kommt von hinten und erklärt laut, man schaut nur, was es zu essen gibt, dann bedient man ich
  2. 2.     Man findet vorne eine Person, mit der man irgendwann einmal ein kurzes Gespräch führte, man verwickelt sie solange in ein Gespräch bis man an der Reihe ist
  3. 3.     Man erklärt, dass man krank ist, jeder hat Mitleid und lässt einen vor
  4. 4.     Breitbeinig stolziert man an allen vorbei, stellt sich mit ausgebreiteten Armen vorne hin, niemand kommt an diesen Armen vorbei und  beginnt eine Diskussion mit dem Koch
  5. 5.     …….Fortsetzung folgt

Nun zu Singapur!

 

Es dauerte eine gewisse Zeit, bis wir das Taxisystem verstanden: Man kann über Handy ein Taxi buchen, bekommt aufs Handy einen Code und der Taxifahrer zeigt diese Nummer mit einer Leuchtschrift bei seiner Ankunft an. Nach einiger Zeit hatten auch wir vier „Provinzler“ ein Taxi zum Marina Bay Resort. Eine wirklich atemberaubende Anlage. Wir fuhren mit dem Aufzug im 3.Tower (nur für Touristen, mit herrlichen Juwelierläden, mit Schmuck ab 500 000 $) in den 57. Stock auf die Spitze des Surfbrettes und da bietet sich ein Rundblick über die Stadt, den man nie vergessen wird. Es wurde langsam dunkel, die Stadt ging über in ein Lichtermeer in den verschiedensten Farben. Eine Lasershow vertiefte noch dieses Bild. An der Bar begossen wir unseren ersten Eindruck dieser Superstadt euphorisch und kamen mit Touristen aus allen Ecken der Welt ins Gespräch.

Der zweite Versuch ein Taxi zu bekommen ging schon reibungsloser: Wir fuhren nach Chinatown um Abend zu essen. Das Essen war gut, aber überreichlich und wir gaben fast die Hälfte wieder zurück. Chinatown war bunt und laut: Es war die letzte Woche der Feiertage zum chin. Neujahrsfest. Uns gefiel die Stimmung und wir bummelten noch ein wenig durch die Straßen von Chinatown um diese für uns fremde Atmosphäre zu spüren. Dann ging es mit dem Taxi (U-Bahn trauten wir uns noch nicht) zurück zum Schiff (immer durch die Immigration!).

Montag, 24. Februar 2014

 

Von Deutschland aus haben wir Martine gebucht. Martine ist eine Dame, die persönliche Führungen in Singapur durchführt. Man kann sie über den Verein der German Community buchen. Sie erwartete uns mit einem Auto mit Chauffeur um 9.00 Uhr am Terminal. Wir fanden uns sofort sympathisch und los ging’s. Sie erklärte uns die Geschichte Singapurs, das Alltagsleben, zeigte uns die verschiedenen Viertel (Little India, Chinatown, das arabische Viertel, die „Einkaufstempeln „ , ein buddhist. Kloster mit betenden Mönchen, die neuesten Wolkenkratzer, Hotels der Superlativen, das Villenviertel mit der Residenz des reichsten Singapurlesen (8 Ferraris standen vor der Haustür), erklärte uns die verschiedenen Ethnien und Religionen, das Metrosystem und war ganz einfach nett. Als wir uns um 14.00 Uhr trennten, waren wir todmüde, aber glücklich. Urs und ich tauchten dann nochmals in die Welt der shopping Malls ein, fuhren routiniert mit der Metro nach Little India, zum Schiff um die Pakete abzuliefern, wieder zurück in die Stadt,  versuchten die vormittäglichen Eindrücke Revue passieren zu lassen und stärkten uns auf der Terrasse des Pl-Jing mit einem Abendessen. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf das Marina Bay Resort mit der nächtlichen  Beamer Show. Um 21.00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi zum Schiff zurück, da die Seenotübung auf 21.30 Uhr angesetzt war und jeder Passagier dazu verpflichtet ist. Es hat uns so gejuckt nicht hinzugehen um zu sehen, was dann passiert wäre: Nachsitzen, ernste Gespräche mit dem Security Officier oder dem Kapitän oder als Strafe Lounge und Brücke putzen. Unser Pflichtbewusstsein sitzt leider zu tief: Wir waren da! Im Anschluss ließen wir den Tag an der Schiffsbar ausklingen. Als das Schiff um 24.00 Uhr ablegte, schlief ich tief und fest und träumte vom Merlion, der Symbolfigur Singapur’s! Am 21. März sind wir wieder in Singapur…. wir freuen uns jetzt schon darauf.

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Freitag, 21.03.2014

„Singapur zum 2.“

 

Sobald die Behörden das Schiff freigegeben hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Den Dreh mit der U-Bahn (MRT) hatten wir von dem ersten Ausflug raus. Unsere U-Bahn-Tickets mussten wir nur noch aufladen. Beim Verlassen des Schiffes stand für mich fest: Ich werde mich nur in klimatisierten Räumen aufhalten: 32 Grad C und hohe Luftfeuchtigkeit. Wir nahmen die U-Bahn bis Orchard Street und blieben den ganzen Tag „unterirdisch“. Ein Einkaufszentrum reiht sich unterirdisch an das nächste: Wir bummelten, tranken Kaffee, suchten freies Wlan, aßen zu Mittag, verglichen die Preise und ließen uns bis 16.00 Uhr einfach treiben. Um 16.30 Uhr mussten wir wieder zurück sein, denn wie vor jeder neuen Etappe fand vor dem Auslaufen die obligatorische Seenotübung statt. Dabei klopfte uns in unser Rettungsbootgruppe plötzlich jemand auf den Rücken: Willkommen Idar-Oberstein: Ein ehemaliger Kollege vom WG war mit Frau an Bord gekommen. Wir kennen uns vom Austausch mit Les Mureaux! Zufälle gibt’s wirklich!

Beim Auslaufen zählten wir noch einmal unsere Charakteristika von Singapur auf:

Sehr schnell laufende Rolltreppen, U-Bahn Stationen ohne Essensgeschäfte, Ess-Trink-Rauchverbot in den U-Bahnstationen, absolute Disziplin beim Ein-Aussteigen, fast klinische Sauberkeit, bequemes Shoppen, höfliche und hilfsbereite Menschen, ein unbegrenztes Waren- Essensangebot , Hitze, geregelte transparente Taxigebühren, niedrige Steuern, aber auch harte Strafen für kleine Vergehen, Überwachungskameras ungefähr alle 100 Meter, das Gefühl einer allesumfassenden strikten Reglementierung.

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