2022.10
Porto Vale Cavaleiros / Fogo 01.11.2022

Die Hanseatic erreichte Porto Vale Cavaleiros den Hafen auf Fogo morgens um 6.30 Uhr. Da der Hafen für unser Schiff zu klein war, ankerte die Hanseatic und wir wurden mit den Tenderbooten an Land gebracht.
Fogo bedeutet «Feuer». Der Name erklärt den Ursprung dieser Insel: Sie ist eine aktive Vulkaninsel: Die jüngsten Ausbrüche erfolgten 1951, 1995 und 2014. Auch die Form der Insel ist wie das Abbild eines völlig ebenmässigen Vulkankegels mit einem riesigen Einsturztrichter aus dem sich ein Gipfel hervorhebt: Der Pico do Fogo . Er hat eine Höhe von ca. 2829 m und ist die höchste Erhebung der Kapverdischen Inseln. Der bei dem Ausbruch von 1995 entstandene kleinere Vulkan innerhalb der Caldeira war 2014 nochmals aktiv und spie Aschewolken und Feuer. Die austretende Lava zerstörte zwei Ortschaften, die wir im Laufe unserer Tour: Cha das Caldeiras-die Vulkanlandschaft der Feuerinsel besichtigen konnten: Beeindruckend, unheimlich, umwerfend!






Zunächst ging es mit einem Minibus hoch hinauf bis ungefähr 2000m Höhe in die Cha das Caldeiras, dem riesigen Einsturzkessel des Hauptvulkans. Die kleinen engen Strassen schlängeln sich entlang des Vulkanhangs zur Caldeira. Wir bewunderten kleine Ansiedlungen mit bunten Häusern an Felswänden und kargem Ackerbau. Bei Einfahrt in den Vulkankrater öffnete sich der Kessel von ca. 8km und vor unseren Augen erhob sich der eigentliche Vulkankegel des Pico do Fogo, der mit seinem Gipfel die Hochebene überragt.


Die Wanderung über die von der Lava überfluteten Ortschaften, die einzelnen Dächer, die noch aus der schwarzen jetzt harten Lavamasse herausschauten, die bizarren Formen der Lava, die wiederkehrenden spärlichen Graspflanzen, der Mut der Dorfbewohner auf und mit dieser schwarzen Masse wieder neu zu beginnen, liessen uns staunen und nachdenklich werden.












Zum Mittagessen fuhren wir am Rande der Lavafelder in ein Weingut. Bei einem landestypischen sehr guten Mittagessen durften wir den Wein verkosten und erfuhren Interessantes über den Anbau von Wein und Kaffee im nahrhaften Lavaboden.




Die Zeit verging sehr schnell und am Nachmittag ging es wieder bergab nach Sao Filipe, dem Zentralort der Insel. Urs und ich schlenderten noch etwas durch den Ort. Uns gefiel das historische Stadtzentrum, die Bila Baxo, sehr. Viele Stadthäuser im portugiesischen Kolonialstil mit verzierten Fassaden säumten die Strassen. Sao Filipe wurde für die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO vorgeschlagen. Zum zentralen Markt reichte die Zeit nicht mehr, da um 17.30 Uhr der letzte Tender zum Schiff ging. Wir nahmen den Shuttle Bus zum Hafen und erreichten unser Schiff müde, jedoch voll mit wunderbaren Eindrücken: Es war ein schöner Tag!





Jedoch er war noch nicht zu Ende! Um 21.30 Uhr offerierte der Kapitän auf Deck 8 seinen Farewell Cocktail. Dabei fand die Verlosung der heissbegehrten Souvenir-Seekarte statt. Der Erlös ging zu 50% an alle Angestellten des Schiffes und zu 50% an Schulen und Kindergärten auf den Kapverden! Leider gewannen wir nicht: Aber es war für uns ein Anliegen sowohl die Angestellten des Schiffes wie auch die Kinder auf den Kapverden zu unterstützen. Der Abschluss des Abends war der legendäre Shanty-Chor der Hanseatic, der mit uns gemeinsam alte Seemannlieder (z.B: Wir lagen vor Madagaskar…etc) in die Nacht auf dem südlichen Atlantik schmetterte! Morgen werden wir leider an den beiden letzten Inseln der Kapverden auf dieser Reise anlegen: Schade!

