16. 10. 2021
Sao Roque /Pico
Pünktlich um 7.30 Uhr legten wir in São Roque / Pico an. Wir verfolgten das Anlegen von unserem Frühstückstisch am Lido aus und waren immer wieder überrascht, wie der Kapitän das große Schiff zentimetergenau an der Pier anlegte. Noch hatten wir schönes Wetter, jedoch der Shore Excursion Manager teilte uns mit, dass starker Wind und damit höherer Wellengang erwartet werden. Aus diesem Grund mußte die Walbeobachtung abgesagt werden. Urs und ich konnten dies nach unseren Erfahrungen in Villa Franca do Campo sehr gut nachvollziehen!

Wir beschlossen anstelle der Walbeobachtung den Ausflug:“Pico’s Weingärten zu Fuß zu entdecken“ mitzumachen.
Die Insel Pico ist die zweitgrößte, aber auch die jüngste ( „nur“ 300 000 Jahre) des Archipels. Hier befindet sich auch der höchste Berg Portugals, der Pico (Spitze) mit einer Höhe von 2351 Meter. Er hat der Insel den Namen gegeben. Bei unserer Ankunft hielt er sich sehr bedeckt!

Unser Experte Wolfgang bezeichnete Pico ironisch die Insel mit den drei „Ws“: Wein, Wale und Wulkane.
Über Vulkane waren wir nun sehr gut informiert und betrachteten den Vulkanismus mit „Experten“ – augen. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Inseln sieht man auf Pico noch den Lavafluss und das vulkanische Geschehen sehr deutlich (1718 spuckte der Pico zuletzt auf einer Höhe von 1300m): Lavaflussformen, die schwarzen Brocken im Meer, die unterschiedlichen Mineralien im Lavagestein und die zaghafte Kultivierung.


Für das zweite Kennzeichen der Insel Wale blieb uns leider nur das Museum. Wir besuchten das Museu dos Baleeiros, in dem an den Walfang in den früheren Jahrhunderten erinnert wird. 1983 wurde der Walfang aufgegeben, weil er von der EU verboten wurde. Nach der Gesetzeslage könnte der nichtautomatisierte Walfang noch heute betrieben werden, aber nicht wegen des Trans, sonder einzig und allein wegen der Zähne, die geschnitzt und graviert ein teures Touristenmitbringsel sind. Aber dennoch „rentiert „es sich nicht mehr. Mit Whale-Watching machen die Inselbewohner mehr Geld.
Bleibt noch der Wein. Weinanbau hat nach den Aussagen unseres einheimischen Führers eine lange Tradition auf Pico. Die Rebsorte Verdelho wurde nach dem Ausbruch des Pico im 18.Jhrdt angebaut. Nach diesem letzten Ausbruch des Vulkans wurden mit großen Anstrengungen die Lavaflächen in kleine Parzellen eingeteilt. Heute noch sieht man die Moroiços, aus Lavabrocken aufgetürmte Steinhaufen und die Currais, aus Lavasteinen aufgeschichtete Wälle, die der Landschaft ein besonderen Charakter verleihen. Bei der Ankunft auf Pico hielten wir Ausschau nach Weinbergen oder Weinbauetagen, aber wir sahen nur Steinwälle. Diese Wälle schützen die Reben und Trauben vor den heftigen Winden. Sie spenden aber auch den Trauben viel Wärme und geben ihnen den speziellen Geschmack. Die alten Weinbaugebiete wurden 2004 als bewahrenswertes Welterbe in die Liste der UNESCO aufgenommen.
Nach unserem schönen Ausflug durch die Weinfelder Pico’s beeilten wir uns wieder möglichst schnell zum Schiff zurückzukehren, denn die Hanseatic legte um 15.00 Uhr mit Kurs auf Velas / São Jorge ab. Noch schnell ein Blick auf den kleinen Ort São Roque werfen

und auf die wunderschönen Windmühlen,

die seit der Besiedlung der Insel durch Flamen ihre Räder drehen!
Nach einem verspäteten üppigen Mittagessen kamen kurze Gedanken an Sporttreiben auf Deck 8 auf. Laut Logbuch der Hanseatic bedeutet „Sport“: “ Eine nach bestimmten Regeln aus Freude an Bewegung, zur körperlichen Ertüchtigung ausgeübte Betätigung“. Weiterhin fragt das Logbuch: „Haben wir nicht jeden Tag alle Sport getrieben: Wir sind jeden Tag zum Frühstücksbuffet, zum Mittagessen und auch zum Abendessen gewandert, manche haben es auch noch zu den Waffeln auf Deck 8 geschafft!“ Armer Coach Markus, wird es dir nicht zu langweilig auf Deck 8 ?


















