2021.14 Kreuzfahrt Tag 6

19-10-2021

Lajes das Flores /Flores

Heftige Wellenbewegungen weckten uns am Morgen. Jedoch ein Blick aus dem Fenster entschädigte uns schnell: Flores, die Blumeninsel wurde eingerahmt von einem großen Regenbogen.

Um 8.00 Uhr erreichte die Hanseatic bei schönem Wetter den Ankerplatz vor Lajes das Flores /Flores, d.h. das Land konnten wir nur mit Tender erreichen, was bei diesem Wellengang sicherlich ein kleines Abenteuer werden würde!

Die Insel Flores ist mit dem kleinen, vorgelagerten Felsen Monchiquedie die westlichste Insel der Azoren und damit auch der westlichste Punkt Europas. Sie liegt mit der kleinen Nachbarinsel Corvo rund 250 km von der nächsten Azoreninsel entfernt einsam im Atlantik: Als Portugal noch das Armenhaus Europas war, galten die Azoren als Armenhaus Portugals und die abgelegene Insel Flores war das Armenhaus der Azoren, also arm 4. Heute jedoch durch die Unterstützung der EU hat sich die Insel „gemausert“: Die Franzosen unterhielten jahrelang eine militärische Fernmeldestation, was zu neuen Straßen, einem Krankenhaus und einem Wasserkraftwerk führte. Die Eu investierte in den Ausbau des Tourismus: Wanderwege und Picknickplätze, Übernachtungsmöglichkeiten wurden geschaffen. Sie ist so ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. geworden: Sanfter Tourismus! Sie ist wild, bunt und einzigartig. Die Flora ist atemberaubend, selbst jetzt noch im Spätherbst. Monatelang blüht es in allen Farben.

Allerdings hat sie von den Azoreninsel den meisten Niederschlag und am meisten Wind. Diesen spürten wir in der Tat, als wir mit dem Tender übersetzten. Der Einstieg vom Schiff in den Tender war ein kleines Abenteuer, da der Tender wie ein Ball auf den Wellen mit großem Abstand vor dem Schiff hin und her schaukelte. Man mußte den richtigen Zeitpunkt erfassen um zu springen!

Urs hatte die Tour „Wanderung auf alten Inselwegen“ gebucht und ich den Landausflug „Die Blumeninsel Flores“.

Für Urs ging es auf seiner 5-stündigen Wanderung entlang der Westküste. Der erste Teil der Wanderung war sehr anstrengend, da steile Auf-und Abstiege über Lavagestein zu bewältigen waren. Belohnt wurden die Wanderer durch schöne Ausblicke auf den Atlantik und am Ende durch den pittoresken Wasserfall von Poco da Alagoinha.

Die Wassermassen der Fälle stürzen sich in einen See, der den müden Wanderer durch seine Ruhe, Frische und Farbe neue Energien schenkte.

Anschließend wurde die Wanderung auf alten Inselwegen und Viehweiden in Richtung Faja Grande fortgesetzt. Zur Stärkung hatte jeder Teilnehmer morgens auf dem Schiff eine Lunchbox erhalten. Nach ungefähr 5 Stunden erreichten die Wanderer wieder die Küste um vom Tender zum Schiff zurückgebracht zu werden.

Mein Ausflug war eine Besichtigung der Insel in Richtung des Dorfes Faja Grande. Ein wunderschönes verschlafenes Dörfchen (nach Aussagen unseres Führers im Sommer überfüllt mit Feriengästen). Man konnte einen kurzen Spaziergang zu einem tollen Wasserfall unternehmen oder einfach die Wellen im ozeannahen Café bei einem oder zwei Tassen Kaffee aus einheimischen Anbau genießen.

Vorbei an Kraterseen ging es wieder zurück nach Lajes. Hier gibt es noch eine kleine Geschichte zu erzählen: Vor dem Ort lief 1909 die Slovonia, ein Dampfer auf der Route New York – Triest, im Nebel auf Grund. Als 1.Schiff der Welt setzte die Slovenia den Ruf S-O-S ab. Alle 600 Passagiere konnten gerettet werden. Für die Bevökerung von Flores war dieses Schiffsunglück ein „Geschenk des Himmels“. Alles was nicht niet-und nagelfest war wurde abmontiert. Auch heute noch gibt es in vielen Häusern der Insel Relikte der Slovenia so auch in der Kirche eine Tür!

Der Abend auf dem Schiff stand ganz im Zeichen des BBQs am Pool. Aber zum Apéro teilte uns der Kapitän vom Jubel aller begleitet mit, daß er die Route des Schiffs ändere. Nach der Insel Graciosa und Santa Maria würde er nicht direkt nach Teneriffa fahren, sondern er würde einen Tag in Madeira anlegen. Einfach Klasse!

Um 18.00 Uhr verließ unser Schiff Flores: Auf nach Praia/Graciosa!

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