2018.8 Rio Negro

03.05.2018 – 05.05.2018 Fahrt auf dem Rio Negro

04.05.2018

 

Seit ein paar Tagen fahren wir jetzt schon auf dem Rio Negro. Die Dimensionen sind enorm und überhaupt nicht mit einem Fluss (als Nebenfluss)in Europa vergleichbar. Er hat eine Länge von über 2000 km. Seine Quellregion liegt im Südosten von Kolumbien, er bildet dann in seinem Verlauf die Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela, fließt den Äquator überquerend durch Brasilien und mündet unterhalb von Manaus in den Amazonas. Vor Manaus verästelt er sich. Ein „Eldorado“ für die Tier-und Pflanzenwelt und die Biologen! Bei Manaus wird der Fluss durch hohe Ufer auf „nur“ 2,7 km Breite eingeengt und von der ca.3,5 km langen Ponte Rio Negro überquert. Nach der Einmündung (Encontro das Aguas) heißt der Strom nicht mehr Rio Solimões sondern Amazonas!

Um 8.00 Uhr nahm die Bremen Fahrt auf nach Três Bocas, wo sie um 14.00 Uhr ankerte. Am Vormittag war nichts angesagt, außer demVortrag: „ Pflanzensex im Regenwald: Tropische Bestäubungsbiologie“, den wir ohne schlechten Gewissens schwänzten! Ich setzte mich in die Bibliothek und vervollständigte den Blog, genoss die wunderbare Aussicht und ließ es mir gut gehen. Urs legte sich mit einem Krimi aus der Bordbibliothek in die Kabine. Am Nachmittag unternahmen wir eine Zodiacfahrt in den Anavilhanas-Archipel, einer der weltweit größten Flussinsel-Archipele. Bei Niedrigwasser bilden sich auf einer Länge von rund 90 km annährend 400 Inseln, überwuchert von Urwald. Der Anavilhanas-Archipel ist der natürliche Lebensraum von bisher gezählten 232 Vogelarten. Auf unserer 90 minütigen Fahrt sahen wir nichts, wirklich „nichts……“Auch das ist Natur, es geht halt nicht „per Auslöser“! Dafür wurden wir mit einem einzigartigen Sonnenuntergang belohnt!

05.05.2018

Um 6.00 Uhr morgens ging ein leichtes Rumpeln durch das Schiff, die Anker wurden gelichtet in Richtung Pagodão, wo wir um 8.00 Uhr ankamen. Nach unserem Frühstück, wie immer draußen auf der Lido-Terrasse haben wir um 10.15 Uhr unsere Ausbootung (wir sind Gruppe blau!!!!) ins Fluss Labyrinth der „terra firme“ ( klass. immergrüner Tieflandregenwald)! Es ist schon um 8.00 Uhr 28 Grad warm(heiß) und sehr schwül. Ein Zodiac Ausflug mit John war für die „Blaue Truppe“ vorgesehen. John ist ein Amazonas-Urgestein: Engländer, hat die „ganze Welt“ gesehen und wohnt seit ewigen Zeiten in Manaus. Er kennt das Amazonasgebiet wie seine Westentasche. Er zeigte uns entlang des Rio Negros viele für uns völlig unbekannte Früchte und erklärte die biologische Beschaffenheit vieler Pflanzen. So schnell gingen die 90 Minuten vorbei, das obwohl uns ein richtiger tropischer Regenschauer erwischte: Der Regen ist warm, die Tropfen so groß wie Kieselsteine und durchdringen jedes Kleidungsstück. Aber so schnell wie er kam, so schnell war er auch wieder weg, wir nass bis auf die Unterhose! Nun sind wir „tropentauglich!

Um 13.30 Uhr nahm die Bremen Kurs auf Canaçari. Das Wetter ist seit dem Mittagessen sehr neblig und von Zeit zu Zeit gibt es Schauer, aber immer noch sehr warm und schwül. Wir passierten nochmal die Rio Negro Brücke, erreichten die Mündung des Rio Negros in den Amazonas und folgen nun beiden Flüssen!

Der Abend wird mit 2 Vorträgen und einem Precap/Recap ausgefüllt sein: „Neuweltaffen: Unsere Vettern aus Süd-und Mittelamerika“ und „Der Uramazonas, Fluss aus der Wüste.“