Die Masai Mara
Heute Morgen ging es früh los: Die Wildnis ruft. Unser Guide, ein ruhiger, liebenswürdiger, höflicher und kundiger Fahrer und Guide, brachte uns über sehr gute (Raum Nairobi), weniger gute und Schotterpisten zur Masai Mara. Wir staunten über die für afrikanische Verhältnisse hohen Benzinpreise und über die allgegenwärtigen chinesischen Strassenkonstrukteure. Das Wetter war sehr gut: Warm aber nicht heiss, sonnig und windig! Wir kamen am Nachmittag nach ungefähr 250km Fahrt gut gelaunt in der Sopa-Lodge in der Mara an. Sie liegt auf ungefähr 2100m Höhe im Osten der Masai Mara.
Nach einem wunderbaren verspäteten Mittagessen (übrigens war das Essen hier in der Mara Sopa Lodge das beste von allen drei Lodges): Es gab europäische Speisen, indische Gerichte, afrikanische Gerichte, Fleisch, Fisch, Vegetarisches, ein riesiges Salatbuffet und noch eine grössere Auswahl von Desserts. Es fiel uns schwer, vom Tisch aufzustehen!!!! Aber, nach einer kleinen Siesta ging die erste Pirsch los. Wir durchquerten die Mara, sahen eine Unmenge Tiere und genossen an einigen Stelle die Ruhe und die Stille der Wildnis. Nach Absprache mit unserem Guide wollten wir nicht auf Biegen und Brechen die „Big 5″ entdecken, sondern auch nach dem “ Kleinen“ Ausschau halten und einfach die Wildnis erleben.
Den Abend verbrachten wir nach dem feinen Abendessen auf der Veranda der Lodge mit einem weiten Blick über die Masai Mara. Das Untergehen der Sonne, die Geräusche der Savanne und der Sternenhimmel beendeten diesen Tag.

Unser 2.Tag in der Masai Mara begann sehr früh: 6.30 Uhr. Wir fuhren sehr früh los, da die Tierbeobachtung am Morgen und am Abend am besten ist. Und auch wirklich, schon bald spazierte uns der Herr bzw. die Frau der Steppe gemächlich an unserem Auto vorbei, quer über den Weg , auf die andere Seite des Tales.


Aber auch weitere für uns interessante Tiere kreuzten unseren Weg:
Die Reste eines nächtlichen Festessens

liessen uns an unser Mittagessen in der Lodge denken und wir kehrten über eine riesige Ebene zur Lodge zurück.

Den Nachmittag verbrachten wir in einem kleinen Masai Dorf. Da nur Urs und ich im Dorf als „Besucher“ anwesend waren, wurde von Seiten der Masai sehr schnell die Distanz zu uns überwunden und wir konnten ganz vertraut mit ihnen plaudern, sofern sie Englisch sprachen. Ein junger Masai begleitete uns. Er sprach perfekt englisch und gestand uns, sein grösster Wunsch sei Medizinmann zu werden und zwar für traditionelle Masai Medizin wie für Allgemeine Medizin. Er erklärte uns unzählige Kräuterpfanzen für diverse Krankheiten, wir diskutierten über die Lebensweise und Lebensumstände der Masai, er zeigte uns das „Haus“ seiner Mutter, die Tiere der Familie, die Nahrungsmittel und liess uns auch an dem berühmten Masai-Tanz teilnehmen. Wir begrüssten einige Frauen mit Kleinkindern und schauten dem Spielen der Kinder zu. Trotz der sehr traditionellen Lebensweise der Masai, zieht auch hier die Moderne ein: Durch die kenianische Schulpflicht gehen alle Kinder zumindest in die Primarschule (der Schulweg ist oft 5- 8 km weit!!), d.h. alle erhalten Basisgrundkenntnisse in Rechnen, Lesen und Schreiben. Aber ein Gegenstand bringt natürliche auch hier im Busch die Moderne in Windeseile: Das Handy! Wir sahen bei jedem Mann am Gürtel oder in der Hand ein Handy. Da es keinen Strom gibt zum Aufladen der Akkus, findet man auf den Dächern der Hütten kleine Solarpanels. Ein wahrlich anachronistischer Eindruck: Steinzeitliche Lehmhütten mit einem Solarpanel. Die Stunden vergingen wie im Fluge im Dorf und wir trafen spät in unserer Lodge zum Abendessen ein! Die Nacht kommt schnell in der Masai Mara und so verschwanden wir bald in unser Zimmer, denn morgen ziehen wir früh weiter!
Nakuru
Die Fahrt von der Masai Mara nach Nakuru führte uns durch den südwestlichen Teil Kenias. Auch hier scheint das ganze Land im Aufbruch zu sein: Wohin man schaut, Straßenbaustellen und Errichtung großer Baukomplexe. Demnach ist auch der Zustand der Straßen: Mal ausgezeichnet, mal querfeldein, mal Schotterpistre usw. Die größte Baustelle dürfte für diese Gegend wohl die von Chinesen gebaute Eisenbahnlinie von Nairobi nach Kisumi sein, die die Fortsetzung der Linie Mombasa – Nairobi darstellt.
Die Landschaft änderte sich bald. Es wurde hügeliger, steiler und vor allem grüner. Auch die Dörfer zeigten ein anderes Gesicht: Bauernhöfe, große landschaftliche Betriebe.
Nach einiger Zeit schaute Urs auf seine Höhenapp:

Nicht übel! Auf der Weiterfahrt mitten in der „Pampa“ tauchte plötzlich ein großer Gebäudekomplex auf:

Die Egerton University Njoro: Die erste öffentliche landwirtschaftliche Universität Kenias!
Wir erreichten Nakuru, die älteste Stadt Kenias, zu Beginn des 20.Jahrhunderts von den englischen Siedler gegründet. Wir waren über die Blumenpracht und die Sauberkeit überrascht. Übrigens seit fast zwei Jahren gibt es in Kenia ein Plastiktütenverbot und alle halten sich daran! Bis zu der Sopa Lodge Nakuru dauerte es noch ein Weilchen, denn sie liegt hoch oben über dem Nakaru See auf rund 2000 m Höhe. Es war auf unserer Reise die schönste Lodge: Lage, Ausstattung und Atmosphäre. Schade, dass wir hier nur eine Nacht bleiben würden.
Nach einer kurzen Ruhepause ging es zum National Park und zum See. Im Park kann man auf die üblichen afrikanischen Tiere stoßen, interessant ist/war der Nakuru See. Leider hat der Mensch zuviel in dieses empfindliche Ökosystem eingegriffen und die weltberühmte Flamingopopulation verschwindet fast ganz: Die Nahrung der Jungflamingos, die blaugrünen Algen sterben aus, so dass die Vögel sich andere Seen suchen.
Nach einem gemütlichen Abendessen genossen wir noch den Sonnenuntergang und den Einbruch der Nacht auf unserer Veranda!


Naivasha
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zum Naivasha See. Wir durften nochmals über die weite Ebene des Rift Vallys und den sich den Hügel hinauf quälenden Autoverkehrs staunen.


Nach 1.5 Stunden erreichten wir den See, mieteten ein Boot mit Bootsführer und stachen in See.

Der See ist bekannt wegen seiner zahlreichen Flusspferde und der bunten Vogelwelt. Die ersten bekamen wir sehr schnell zu Gesicht,
während die Vogelwelt sich zunächst etwas im Hintergrund hielt.Aber dann zeigten sich z.B. Pelikane, Schreiseeadler, Ibisse, Marbus und Kormorane.
An die Uferlandschaft des Sees, die Tented Camps und die schönen Ausflüge von Naivasha an diesen See vor 25 Jahren erinnerte ich mich sehr gerne zurück!

Nun begann für unseren Fahrer die härteste Wegstrecke: Von Naivasha zur Sopa-Lodge im Amboseli! Die Wegstrecke über die Berge (im Stau mit den unzähligen LKWs, die den Berge kaum oder gar nicht schafften, das heikle Überholen, die kaputten Straßen…….Nochmals alle Achtung, er schaffte alle Unannehmlichkeiten, Gefahren, Hindernisse ohne zu fluchen, wütend zu werden oder auch zu hupen!!! Nach einer kurzen Rast erreichten wir den Eingang zum Amboseli Park und ganz wolkenverhangen grüßte uns der höchste Berg Afrikas!

Amboseli
Die Amboseli Sopa Lodge liegt im Südosten des Amboseli Parks am Fuße des Kilimanjaro. Der wunderbare Blick auf den höchsten Berg Afrikas und die weitläufige Anlage machen den Charme dieser Lodge aus! Bemerkenswert ist die «Ernest Hemingway Bar», die in Form des afrikanischen Kontinents gebaut wurde und von der man den Blick auf den Kili bei einem Apéro geniessen kann! Wir bekamen Zimmer Nr.2 am äusserten Rande des Geländes, ein schönes Zimmer, ruhig gelegen, die Äffchen kamen zu Besuch, aber da es weit von der Warmwasserversorgung war, mussten wir kalt duschen: Etwas übel, da es abends und morgens ziemlich kühl war! Das Personal war sehr freundlich und das Essen gut.

Obwohl der Kilimanjaro an unserem ersten Tag sich meist hinter Wolken versteckte, lachte er uns an unserem zweiten Tag nur an!


Wir verbrachten den 2. Tag fast vollständig im Park und konnten neben dem „Grosswild“ sehr viele Vögel und Insekten beobachten.
Aber auch das „Großwild“ war zugegen!
Am Abend nach dem Abendessen liessen wir diesen herrlichen Tag in der Ernest Hemmingway Bar Revue passieren und waren vor dem nächtlichen Powercut (22.00 Uhr) wieder in unserem Zimmer. Am nächsten Tag sollte es wieder zurück nach Nairobi gehen und dann Kwaheri Kenia- Ni huruma!



































































































