6. Indonesien

Indonesien

Unser Programm

Dienstag 18.Februar 2014

Komodo

Indonesien empfing uns heute morgen mit schweren Regen-bzw Gewitterwolken. Wir mussten früh aufstehen, denn wir wollten in einer kleinen Exkursion die Warane von Komodo aufspüren.  Die Exkursionsleitung teilte uns am Vorabend mit, wir sollten auf grelle Kleidungsstücke und Parfüms verzichten, da diese die Warane aggressiv machen würden. Auch gab man uns strenge Verhaltensregeln mit auf den Weg: Die Gruppe solle immer eng beieinander bleiben und wenig Geräusche machen. Auch das Hin- und Herschwenken von Gegenständen sollte unterbleiben. Nachdem das Schiff auf Reede vor Komodo war, wir mit den Tendern die Insel erreichten, verschwanden die Regenwolken und eine erdrückende Schwüle lastete auf uns. Mit über 95% Luftfeuchtigkeit und bei fast 30 Grad Hitze schon um 8.00 Uhr quälten wir uns durch den Urwald. Wir waren in Gruppen von je 20 Personen eingeteilt: ein Ranger vorne, einer in der Mitte und einer am Ende der Gruppe. Die Ranger machten uns auf Besonderheiten der Vegetation (Heilkräuter und Baumfrüchte) und der Tierwelt (Vögel, Schlangen und Insekten) aufmerksam und erzählten uns vom Leben der Warane. Nach ungefähr 90 minütigem Marsch kamen wir zu einer kleinen Lichtung und erblickten sechs Warane, die sich in der Sonne aufwärmten. Riesige Echsen, vergleichbar den Drachen im Märchen, präsentierten sich uns. In gebührendem Abstand beobachteten wir sie. Es wurde fotografiert, jede Bewegung kommentiert und analysiert. Nach ungefähr einer halben Stunde marschierten wir weiter in Richtung Strand. Dort gab es noch frische Kokosmilch und kleine Verkaufsstände. Urs und ich schlenderten noch etwas den Strand entlang in der Hoffnung auf ein wenig Wind, jedoch vergebens. Mit dem nächsten Tender kehrten wir auf die Columbus zurück, die auch bald schon um 12.30 Uhr den Anker lichtete. Morgen sind wir in Bali!

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19.02.2014: Benoa/Bali

Mittwoch, 19.Februar 2014

Bali

Bali, eine der über 13000 Inseln Indonesiens, gilt als eine der zauberhaftesten Inseln Asiens. Wir legten morgens um 8.00 Uhr an der Pier an und wurden von einer malerischen Tanzgruppe mit Orchester auf balinesische Art begrüßt. Dieser freundliche Empfang zog sich wie ein roter Faden über den Tag, unseren Ausflug und das Verlassen des Hafens am Abend. Das Wetter, schwül und heiß, schien uns gutgewillt und so buchten wir eine Landschaftsfahrt durch das farbenfrohe Bali. Beim Geldwechseln im Cruise Terminal staunten wir nicht schlecht: 1 Euro sind 16.000 Indonesische Rupien. Soviel Geld hatten wir noch nie im Portemonnaie: Nur 50 000er, 20 000er…! Unser Ausflugsbus mit ungefähr 16 Kreuzfahrer und einem einheimischen Guide, der sehr gut deutsch sprach (er war nie in Deutschland und hat sich alles selbst beigebracht!) machte sich auf den Weg von Benoa Port nach  Sanur, einem Touristenort zum Besuch eines balinesischen Theaters. Der Barong-Tanz ist ein traditionelles Theater, indem das Gute immer wieder mit dem Bösen kämpft und es keinen Sieger gibt, da Gut und Bös immer nebeneinander existieren. Beeindruckend sind vor allem die Kostüme und die grazilen Bewegungen der Tänzerinnen. Die artistischen Bewegungen werden von Musik untermalt, die durch verschiedene Rhythmen die Dramatik ankündigt bzw unterstreicht.

Am Ende gab es einen kräftigen Applaus, der meiner Meinung nach vor allem den hübschen Tänzerinnen galt! Es ging weiter in Richtung Gunung Kawi, einer Tempelanlage aus dem 11.Jahrhundert. Die Fahrt führte durch kleine Orte, in den eine Schnitzerei neben der anderen ihre Werke an der Straße präsentierte. Ich wäre gerne ausgestiegen, hätte gerne gestöbert und vielleicht einen Container mit Möbeln und Schnitzarbeiten gefüllt. Unser Führer füllte die Zeit mit Informationen über das Leben in Bali. Unser Bus hatte ein Durchschnittsalter von 60+. Wie der Guide auf das Thema Familienplanung und Verhütungsmöglichkeiten auf Bali bei dieser Zuhörerschaft kam, ist für Urs und mich rätselhaft. Aber alle hörten ernsthaft zu (noch verwunderlicher!). Vielleicht fragten sie sich, ob sie in der Vergangenheit etwas falsch gemacht hatten!

Wir fuhren an malerischen Reisfeldern vorbei, sahen unzählige kleine und größere Tempeln und bewunderten die üppige Vegetation. Gunung Kawi befindet sich in einer Schlucht, die von einem Regenwald umgeben ist. Sie ist wunderbar angelegt und gepflegt und soll nach Hindu-Glauben heilige Quellen zur Reinigung besitzen. Leider hatten wir nur einen kurzen Aufenthalt, denn wir mussten weiter nach Norden in die Berge zum noch aktiven Vulkan Gunung Batur und dem Batur See. Aber wie so oft in den Tropen: Ein starkes Gewitter mit einem tropischen Regen ließ den Berg und den See im dichten Nebel verschwinden. Wir sahen nur alles grau in grau! Das vorzügliche Mittagessen (ein balinesisches Buffet) tröstete über den Verlust hinweg und so machten wir uns zur letzten Etappe ,einem Vogelpark, auf den Weg. Das Wetter hatte sich gebessert und unsere Kleider waren bei Ankunft im Park von der Klimaanlage des Busses fast trocken.

Kaum waren wir 10 Minuten im Park, holte uns das Gewitter wieder ein und es schüttete wie aus Kübeln. Die wunderschönen Papageien und Flamingos sahen uns nur aus der Ferne und wir stürmten wieder in den trockenen Bus um zum Schiff zu fahren! Schade, aber so ist halt die Natur. Vielleicht war es für uns auch ein Hinweis nochmals nach Bali zu kommen, nicht in der Regenzeit, nicht nach Kuta (dem Ballermann für die Australier), sondern im Mai, Juni in die Inselmitte! Trotz des Regens war es ein sehr schöner Ausflug, an den wir uns sicherlich noch lange erinnern werden.

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Freitag, 21.Februar 2014

Semarang, Java

Unser Schiff durchfuhr die Meerespassage von Bali nach Java wie auf einem ruhigen See, ohne jegliches Wellenschäumchen oder eine Wellenbewegung. Beim Aufstehen und Blick durchs Fenster glaubte ich, wir fahren auf einer trägen Ölflüssigkeit. Im Unterschied zu den früheren Passagen tauchten auch unzählige kleine Fischerbote und einzelne Transportschiffe auf. Damit hielt die „Zivilisation“ auch Einzug: Zum ersten Mal seit Papeete erblickten wir Plastiktüten und anderen Abfall neben der Bugwelle unseres Schiffes, aber keine Fische! Heute mussten wir früh aus den Federn, 6.30 Uhr frühstücken und 7.15 Uhr das Schiff verlassen, das gegen 6.30 Uhr an der Pier festmachte. Wie in Bali wurden wir auch hier von einer Tanzgruppe willkommen geheißen. Im Unterschied zu Bali bestand sie nur aus hübschen jungen Männern. Java ist zu 90 % muslimisch! Für die Show hatten wir leider keine Zeit, da die Busse schon warteten. Zu unserer Überraschung warteten nicht nur die Busse, sondern auch eine Eskorte der Polizei. Zwei Polizeiautos mit sehr attraktiven Polizisten und Polizistinnen in schönen Uniformen. Und ab ging’s. Ein Polizeiauto fuhr mit Sirene und Blaulicht vor, machte den Weg frei, drei Busse folgten, dann kam wieder ein Polizeiauto mit Sirene und Blaulicht und wieder drei Busse! Es war eine halsbrecherische Fahrt, manchmal auf der richtigen Straßenseite, manchmal wurde der Normalverkehr an die Straßenseite gedrängt und wir fuhren in der Straßen Mitte über die Leitlinie, manchmal auf der Seite des Gegenverkehrs. Urs kommentierte: Nur zweimal hast du diese Chance, als Vip oder Strafgefangener! Uns beiden war die Fahrt peinlich, da wir an die anderen Verkehrsteilnehmer dachten, die zur Arbeit fuhren und wegen ein paar Kreuzfahrer an die Seite gedrängt wurden. Die einzige kleine Entschuldigung wäre, dass wir ohne diese Eskorte es zeitlich nie zur Tempelanlage und am gleichen Tag wieder zurück geschafft hätten (was wir erst am Abend feststellen konnten). Die Leistung der Polizeieskorte, der Busschauffeure kann man bei diesem Verkehr (Autos, Pickups, LkWs und tausende von Mopeds, Fahrrädern, Fußgänger, Tiere…..) nicht genug bewundern. Als wir abends wieder gesund und munter (der eine und andere mit etwas Blässe im Gesicht) im Schiffsterminal ankamen, bedankten die meisten sich persönlich und aus ganzem Herzen bei den Polizisten. Diese strahlten übers ganze Gesicht und winkten uns ganz herzlich zum Abschied (nur das Küsschen hat noch gefehlt!) Der Busschauffeur bekam ein gutes Trinkgeld: Er war der Held des Tages!

Wohin ging’s eigentlich? Wir fuhren von der Anliegerstelle dem Hafen von Semarang zu der Tempelanlage Borobudur, einem Buddha Tempel aus dem 11.Jahrhundert, UNESCO Weltkulturerbe, quer über die Insel. Diese Fahrt zeigte uns ein wenig von dem Leben auf Java, der bevölkerungsreichsten Insel Indonesiens. Von den 240 Millionen Einwohner wohnen 120 Millionen auf Java: Während wir eine Bevölkerungsdichte von ungefähr 300 Einwohner pro Km2 haben, leben auf Java über 1000/km2 . Wir sahen die kleinen Dörfer mit der üppigen Vegetation, die mühselige Arbeit in den Reisfeldern, das unterschiedliche malerische Grün der Wälder, Felder und Äcker, der atemberaubende Verkehr, die freundlichen Menschen, die uns immer zuwinkten und anlächelten, die Handwerksbetriebe, die ihre Arbeit am Straßenrand mit sehr einfachen Werkzeugen durchführten, daneben aber die modernsten Fabrikanlagen, Moscheen, aber auch Buddha Tempeln und christliche Kirchen. Nach fast zwei Stunden Fahrt mit Kaffee/Tee/Pause kamen wir nach Borobudur. Zuvor bekamen wir einen Mundschutz, da vor einer Woche der Vulkan Kulit (?) ausbrach und die Asche bis nach Borobudur streute. Diese Asche hatte auch die Tempelanlage überdeckt, so dass sie nur teilweise begehbar war, Säuberungsarbeiten waren im Gange. Die Anlage ist imposant und auf jeden Fall sehenswert. Sie gab uns auch Einblicke in den Buddhismus, der für uns beide bis dahin fremd war. Die Umgebung der Anlage war mit einem grauen vulkanischen Staubschleier bedeckt, der leider das Grün des Tropenwaldes verfälschte. Das Mittagessen fand in einem wunderschönen Gartenrestaurant mit Musik und einem vorzüglichen indonesischem Buffet statt. Wir speisten herrschaftlich bevor es zu einem traditionellen Schattenfigurentheater ging. Wir erfuhren, wie diese Figuren hergestellt werden und erlebten eine kleine Aufführung. Dann ging es wie oben beschrieben in rasanter Fahrt im Abendverkehr zurück zum Schiff. Es war ein erlebnisreicher, schöner und für uns beide besonders beeindruckender Tag. Am Abend saßen wir bei sehr angenehmen Temperatur draußen beim Abendessen und sahen , wie die Lichter von Semarang immer kleiner wurden, bis man sie schließlich nur noch erahnen konnte.

 

Fazit

Als Urs und ich nach diesem Ausflug auf Deck 10 um 19.00 Uhr das Ablegen des Schiffs mit verfolgten, waren wir uns einig: Dies war nicht das letzte und einzige Mal, wo wir in Indonesien waren. Wir haben uns hier des Öfteren gefragt, warum wir uns Europäer so wichtig vorkommen. Indonesien mit einer so großen Bevölkerung (240 Mill), mit solch einer großen Ausdehnung (13000 Inseln über einen riesigen Bereich verteilt), unterschiedlichsten Religionen und Kulturen (moslemisch, hinduistisch, buddhistisch, christlich, über 10 Sprachen) schafft es als Staat zu funktionieren. Was hätten wir Europäer wohl daraus gemacht?? Auch hier, wie in der Südsee und Australien, sind wir sehr freundlichen und liebenswerten Menschen begegnet, die, wenn ich an die Reisfelder oder die Fabrikarbeit denke, ihr tägliches Einkommen sehr hart verdienen müssen und dabei nie böse oder unzufrieden aussehen. Uns hat dieser Besuch ein Stück Zufriedenheit, Gelassenheit und Demut gegeben!

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