2022.4

La Palma: Santa Cruz de la Palma 24.10.22

La Palma (La Isla de san Miguel de la Palma) ist die nordwestliche der Kanarische Insel im Atlantik sowie Aussengrenze der EU. La Palma liegt 417 km vor der marokkanischen Küste, aber 1371 km von Spanien entfernt. Die Insel ist zu 40% mit Wald bedeckt und wird deswegen auch «Isla Verde» genannt. Ihre Entfernung von den anderen Kanarischen Inseln hat sie vom Massentourismus verschont und somit auch ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.

La Palma ist eine der jüngsten vulkanischen Insel der Kanaren und die Vulkantätigkeiten sind immer noch präsent. Der Vulkanausbruch 2021 ereignete sich am westlichen Hang des Bergrückens Cumbre Vieja. Etwa 500m westlich des höher gelegenen älteren Vulkans Cabeza de Vaca entstanden mehrere Spalten mit jeweils mehreren Schloten. Die Lava floss den Hang hinab bis zum Meer und zerstörte viele Häuser.

Im 15.Jahrhundert wurde la Palma von Kastilien erobert, besetzt und eingegliedert. Wirtschaftlich konzentrierten sich die Spanier zunächst auf den Anbau von Zuckerrohr. Als der Anbau jedoch in Süd-und Mittelamerika preisgünstiger wurde, wurden viele Plantagen für den Weinanbau genutzt. Der, vor allem im Süden der Insel gedeihende, süsse Malvasia wurde ein wichtiges Exportgut von La Palma. Ab 1890 entdeckten die ersten Touristen La Palma, vor allem Engländer. Jedoch erreichte der Tourismus nie grosse wirtschaftliche Bedeutung. Die Landwirtschaft blieb und bleibt bis heute die wichtigste Haupteinnahmequelle.

Aufgrund der Höhenlage und der sehr sauberen Luft ist La Palma prädestiniert für die Himmelsbeobachtung. 2009 wurde das Gran Telescopio Canaris eingeweiht. Es ist auch heute noch das grösste aus einem Spiegel bestehende Teleskop der Welt.

La Palma ist traditionell eine Insel für Wanderer und das nahmen Urs und ich uns zu Herzen. Urs hatte eine 7 Stunden Wanderung «Vulkanische Wunder auf 2400 m mit Dr. Lauenstein als Führer gebucht. Hier sein Bericht:

Mit einem Fotostopp an dem berühmten Teleskop brachte ein Bus unsere Wandergruppe nach einer Fahrt von etwas über einer Stunde auf den Parkplatz unterhalb des Roque de los Muchachos auf etwas über 2.400 m über dem Meeresspiegel. Auch wenn die Sonne schien: Es wehte ein kühler Wind über die Caldera de Taburiente. Zum Einlaufen ging es noch ein paar Meter höher zum höchsten Punkt der Insel auf einen Aussichtspunkt.

Für mich war der Aufstieg mühevoll, da der Weg steinig und sehr uneben war. Dann gings wieder zurück zum Parkplatz, denn hier begann unsere eigentliche Geo-Wanderung vom Roque de los Muchachos bis zum Pico de la Cruz.

Auf unebenem Gestein ging es teilweise recht steil bergauf und bergab. Man spürte die 2.400 Höhenmeter! Immer wieder gab es herrliche Blicke auf die Caldera de Taburiente rechts von uns. Die Wandergruppe sah grosse Dykes (Gesteinsgang), wie der Pared de Roberto.

Wir bestaunten eine perfekte Basaltkugel, die aus dem Gestein herausgewittert ist, beklopften den Phonolith (Klingstein) um seinen Ton zu hören.

Schon bald erkannten wir unter Anleitung von Dr.Lauenstein den Unterschied zwischen einem Phonolith und einem Basalt.

Nach etwa 2 Stunden erreichten wir den Aussichtspunkt Mirador de Ios Andenes. Hier stiegen wir in den Bus, der uns etwa einen Kilometer weiter bergabwärts brachte. Es war nach dem anstrengenden Marsch sehr angenehm, etwas ausruhen zu dürfen. Aber der Bus hielt bald wieder und weiter ging es per Fuss das letzte Stück des Weges zum Pico de la Cruz. Auf dem Weg gab es eine geologische Besonderheit: Die Verwitterung hat aus dem Gestein, einem Trachyt, Kristalle herausgewittert, die wir mit etwas Übung schon bald am Boden erkannten.

Nach so vielen geologischen neuen Erkenntnissen und hartem Stein war eine Rast willkommen! Wir suchten ein schattiges Plätzchen zwischen den Felsen des Pico de la Cruz und stärkten uns mit der mitgebrachten Lunchbox: Salami, Chorizo, verschiedenen Käsesorten, kanarischen Tomaten und vieles mehr.

Danach brachte uns der Bus zurück zur Pier.

Da ich einige Probleme mit meinem Knie hatte, buchte ich eine kürzere, weniger anstrengendere Tour in den Norden La Palmas. Zunächst fuhren wir zum Aussichtspunkt Mirador de San Bartolo mit einem herrlichen Blick über Vulkane und das Meer.

Im Lorbeerwald von Los Tilos, bestaunten wir einen Wasserfall, unternahmen einen Spaziergang durch die artenreiche Pflanzenwelt und folgten dem Wanderweg bis zu einem kleinen Besucherzentrum, das Auskunft über die Botanik La Palmas gab.

Der nächste Stopp erfolgte an einem Naturschwimmbecken bei Charco Azul.

Das Ende des Ausflugs bildete eine kleine Zuckerrohrschnaps-Verkostung. Es blieb noch etwas Zeit für den kleinen sehr schönen Ort San Andres.

Um 17.30 Uhr war Landgangsende für das gesamte Schiff. Wir trafen pünktlich ein. Die Hanseatic verabschiedete sich um 18.00 Uhr von La Palma und damit auch von Europa mit Musik und dreimaligem Hupen. Das Auslaufen mit Musik und „Hupen“ ist immer wieder schön und emotional! Die Hanseatic nahm nun Kurs auf Santo Antao, 818 sm, das sind 1511km . Vor uns lagen zwei Tage Atlantik bis zu den Kapverden.

Am Abend gab es auf den Aussendecks ein Sail Away Drink zum Abschied von Europa! Der Abend war wunderbar warm und so beschlossen wir auf dem Lido Abend zuessen. Wir zögerten das Essen lange hinaus, denn es war einfach zu schön draussen um unter Deck in die Kabine zu gehen.