2018.13 Die Bremen

Wir hatten uns vorgenommen, keine Vergleiche zwischen der Columbus 2 und der Bremen zu machen. Aber natürlich konnten wir den Vorsatz nicht einhalten! Ein Vergleich ist einfach ungerecht, da die Bremen wesentlich kleiner ist. 164 Passagiere kann sie aufnehmen. Sie wurde 1990 in Kobe/Japan in Dienst gestellt und auf den Namen „Frontier Spirit“ getauft. 1993 wurde aus der Frontier Spirit die MS Bremen, nach dem sie nach Rendsburg überführt wurde. Sie ist also eine „Old Lady“. Das macht sie auch sympatisch. Die Kabinen sind etwas antiquiert, aber gemütlich. Das gleiche gilt fürs Restaurant und den sog.Club. Es entstand sehr schnell eine familiäre Atmosphäre zwischen den Passagieren und zwischen den Passagieren und der Crew. Man sah sich jeden Tag, man unternahm die Ausflüge zusammen und „konnte sich auch nur schwer aus dem Wege gehen“. Wesentlich zu dieser Atmosphäre trug der Kapitän Roman Obris bei, der mit seinem sehr unkomplizierten und natürlich freundlichen Wesen eine lockere Atmosphäre schuf. Das Unterhaltungsprogramm am Bord war der Größe des Schiffes angepasst: Ein ausgezeichneter Pianst, dessen Repertoire von Chopin bis zu Jazz und Filmmelodien reichte, ließ uns den Tag gemütlich beenden. Bei der Atlantiküberquerung konnten wir noch südamerikanische Lieder einer talentierten Sängerin von den Kapverden und irische Musik einer  Gruppe irischer Musiker bewundern. Urs und ich bevorzugten aber lieber die lauen Amazonasnächte draußen auf dem Lido! Küchenchefin war eine Köchin aus Berlin. Dies zeigte sich auch auf der Speisekarte, was Urs zu Beginn etwas Mühe machte. Das Frühstücksbuffet war „Herz was begehrst du?“, das Mittagsbuffet varierte nach Themen jeden Tag und das Abendessen wurde als 6-7 gängiges Menu serviert. Wir hätten uns vielleicht mehr typische Gerichte aus Südamerika gewünscht! Nicht zu vergessen: Um 11.00 Uhr gab es immer eine Zwischenmahlzeit und um 16.00Uhr Kuchen, Früchte, Sandwichs. Man glaubt wirklich nicht, was man am Tag so alles essen kann! Die täglichen Zodiacfahrten waren sehr gut organisiert und erlebnisreich! Dafür waren vor allem die ausgezeichneten Experten verantwortlich: Fünf Biologen und ein Geologe.Darunter John und Wilson, die am Amazonas leben und uns über das biologische Fachwissen Insiderwissen aus dem alltäglichen Leben übermittelten. Wir hätten uns noch einen Ethnologen gewünscht, denn die Menschen Amazoniens kamen etwas zu kurz! Besonders beeindruckt haben uns die philippinischen Crewmitglieder durch ihre alltägliche Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit! Obwohl die Bremen ein kleines Schiff ist, hatte sie alle Annehmlichkeiten, die man gerne auf einem Kreuzfahrtschiff benutzt: Es gab einen Frisör, eine kleine Boutique, eine Sauna, einen Fitnessraum, ein Schwimmbad, eine Bibliothek, eine Bar, einen Arzt mit Krankenschwester.