Kapitel 3
Dienstag, 14. November 2023
Auf See Richtung Puerto Madryn Argentinien
Es ist für uns ein Glücksfall, dass wir heute nach dem für uns schwierigen Flug einen Tag zum Entspannen, Ausruhen und auf dem Schiff ankommen hatten. Nach einem ausgedehnten Frühstück (noch mit Jacke auf dem Lido!) werden wir von unserer General Expedition Managerin Wilma ins HanseAtrium zur allgemeinen Info eingeladen.
Da wir mit den beiden Schwesterschiffen Inspiration und Nature schon unterwegs waren, sind uns die „Insider“-Infos bekannt wie z.B. Probleme mit der Kaffeemaschine in der Kabine, das Licht und die eigenwilligen Türen im und am Kleiderschrank.
Auf jeden Fall haben wir für „hohen Wellengang“ vorgesorgt:


Wir lernen auch das gesamte Expeditionsteam mit den Experten kennen.
Letztere nutzen nun die Seetage um uns auf die einzelnen Etappen unserer Reise vorzubereiten.
Den Anfang macht der Ethnologe Christian Walter, der in seinem interessanten Vortrag aufzeigt, vor welchen Problemen die europäischen Seefahrer des 15. Jahrhunderts standen, um sich auf dem Meer zurecht zu finden Die beiden Verträge Alcacovas (1479) und Tordesillas(1494) regelten zwar die Einflusssphären der damaligen dominierenden Mächten Spanien und Portugal, jedoch lockten die Reichtümer der „Fernen Welt“ auch andere Mächte an z.B. Engländer und Holländer, die in die Piratenrolle schlüpften.
Auch die Herkunft des Namens „Patagonien“, wahrscheinlich von Ferdinand Magellan kreiert, der die Bewohner dieses Landes wegen ihrer Größe als „patones“ ( abgeleitet von span. große Füße „ pata“) bezeichnete, ist sehr interessant.
Dieser erste Vortrag macht uns neugierig auf die Etappen unserer Reise: Wir sind gespannt!
Um 15.00 Uhr besteht die Möglichkeit die Ocean Academy (das „Büro“ der Experten) des Schiffes zu besuchen. Einzelne Experten erklären uns wie die Study Wall und die Stühle zu bedienen sind. Sie zeigen uns den Umgang mit dem Mikroskop, die wissenschaftliche Bibliothek und die Gesteinssammlung.
Letztere führt uns zum anschließenden Vortrag von unserem Geologen, Herrn Dr. Lauenstein, den wir schon von den Azoren kennen. In seinem Vortrag „Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergiss ich nimmer“ werden uns Grundkenntnisse der Gesteinskunde vermittelt. Er macht uns deutlich, dass Gesteine unser tägliches Leben begleiten und bei der Besichtigung z.B. einer Kirche nicht nur auf Architektur und Kunstgeschichte zu achten sei, sondern auch aus welchem Gestein sie erbaut ist und wo dieses Gestein herkommt.
Es gibt an diesem Seetag noch einen dritten Vortrag:
Die Naturerlebnisse unserer Reise: Die Halbinsel Valdez mit ihrem sehr trockenen Klima, die Grassteppe Patagoniens, Feuerland mit einem Regenwald und den Beagle Kanal werden uns von Dr. Mieth (Biologie) anschaulich vorgestellt.
Ausklang des Abends war zu einem der Willkommens-Cocktail von Kapitän Claas Fischer sowie ein ausgezeichnetes Abendessen!

